Trennung mit Tücken: "Grexit-Folgen sind unberechenbar“

Trennung mit Tücken: "Grexit-Folgen sind unberechenbar“

Schön langsam wird es ernst mit dem Grexit. Kommenden Montag gehen die Verhandlungen der Europäischen Union mit Griechenland in die entscheidende Phase. Der Ökonom Heiner Flassbeck über einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro und den grundlegenden Fehler der Währungsunion.

Format: Herr Flassbeck, ist ein Ausstieg aus der Eurozone ein valider Plan B für Griechenland?

Flassbeck: Niemand weiß, was bei einem Grexit passiert. Das ist ein Szenario, das man nicht leichtfertig in den Raum stellen sollte. Griechenland kann nicht einfach so aussteigen. Eine neue Währung lässt sich nicht über Nacht einführen. Ihre Einführung wäre mit Chaos verbunden, mit einem Übergang, in dem jeder Grieche versuchen würde, seine Euros zu retten, weil jeder weiß, dass die neue Währung massiv an Wert verlieren kann. Das kann zu Chaos, zu schrecklichen Zuständen führen. Man darf mit dieser Option nicht so lapidar umgehen.

Zuletzt bekräftigten Politiker, dass ein "Grexit“ für den Rest Europas verkraftbar wäre.

Das ist alles Rhetorik. Die Folgen eines solchen Ausstiegs sind unberechenbar. Man weiß nicht, ob das Land selbst danach überhaupt noch regierbar wäre. Mittelfristig sollten die EU und die Währungsunion ihren Mitgliedern aber ein Ausstiegsszenario anbieten. Momentan gibt es diese Möglichkeit nicht, geordnet und vernünftig auszutreten. Die Systeme sind geschaffen worden, ohne über einen Exit nachzudenken.

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 19/2015
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