Traumhafte Büros

Transparenz und Offenheit statt Prunk und Repräsentanz. Auch die Bosse sitzen heute in – spektakulären –  Großraumbüros. FORMAT besuchte die besten Offices.

Das inbrünstige „Wow!“, das jedem Besucher unweigerlich entfährt, sobald er die Vorstandsetagen im neuen Uniqa-Tower am Wiener Donaukanal betritt, gönnt sich auch Konstantin Klien immer wieder gern. Der Ausblick vom 19. Stock aus über die ganze Stadt ist in der Tat phänomenal, „diesem Wow-Effekt kann sich niemand verschließen“, sagt der Vorstandsvorsitzende und strahlt über das ganze Gesicht.
Seit Ende August arbeiten die mehr als 1.000 Uniqa-Beschäftigten in dem elegant geschwungenen, filigranen Glasturm, den der Wiener Architekt Heinz Neumann entworfen hat. Jede Etage ist als Großraumbüro konzipiert, und auch für die Vorstände gibt es keine Ausnahme: Sie sitzen im 19. Stock im „Vorstandsloft“, wie Klien den Umstand scherzhaft nennt, dass er und seine Kollegen keine Polstertür haben, die sie hinter sich zumachen können – ja nicht einmal eine Glastür für wenigstens akustische Diskretion. Jeder der zehn Vorstände der unterschiedlichen Geschäftsbereiche des Versicherungsriesen logiert in einer Art Glasgehäuse, zum Gang hin offen, der in einem elliptischen Bogen das Stockwerk umspannt. Quasi im Vorübergehen werden hier Informationen ausgetauscht, die früher – wesentlich
umständlicher und weniger spontan – per E-Mail oder Telefon eingeholt wurden.

Flache Hierarchien führen zu bescheidenem Auftreten in der Chefetage. Die Zeiten, da mit der größtmöglichen Entfaltung von Prunk und Protz im Chefbüro Macht und Einfluss demonstriert wurden, sind noch nicht ganz versunken, doch sie nähern sich unaufhaltsam ihrem Ende, weiß der Wiener Architekt Peter Reindl von „the unit“, der sich auf Bürogestaltung spezialisiert hat. Flacher gewordene Hierarchien und der Einfluss von immer mehr immer jüngeren Entscheidungsträgern haben die Ansprüche an moderne Büroarchitektur drastisch geändert. Wer die jüngsten Paradeprojekte heimischer Großunternehmen wie Uniqa und T-Mobile in Wien ansieht, erkennt auf den ersten Blick die neuen Zeiten: Transparenz, Offenheit und eine Architektur, die zur Kommunikation einlädt – „wir haben nichts zu verbergen“, so die unmissverständliche Botschaft der gläsernen Fassaden.

Und diese Botschaft soll Kunden wie Mitarbeiter gleichermaßen erreichen: Im eben erst bezogenen T-Mobile-Schiff von Stararchitekt Günter Domenig am Rennweg sitzt auch Georg Pölzl, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, wie auf dem Präsentierteller in einem spartanisch eingerichteten Glaskasten. Die T-Mobile-Chefetage im elften Stock des hypermodernen Gebäudekomplexes unterscheidet sich nur durch den spektakuläreren Ausblick von den unteren Stockwerken, die Bürokobel selbst sind auffallend knapp bemessen und betont funktional möbliert. Ein bewusst bescheidenes Auftreten, wie man es sich von einem Dienstleistungsunternehmen erwartet.

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