Topstory: Premiere .. an die Börse

Der Pay-TV-Sender Premiere ist saniert und schreibt heuer erstmals Gewinne. Bis zum Jahreswechsel soll Premiere börsenfit sein. Die Aktionäre wollen den Börsengang spätestens im zweiten Halbjahr 2005 durchziehen.

In nur fünfzehn Minuten wurde am 23. September 2004 im Wiener Hochholzerhof die Zukunft des deutschen Pay-TV-Senders Premiere entschieden. Die in der Zentrale der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) versammelten Aufsichtsräte stimmten einem umfassenden Umstrukturierungskonzept zu, das die Bawag-Beteiligung auf komplett neue Beine stellen wird: der Umwandlung der Premiere GmbH & Co Kommanditgesellschaft – an der die Bawag 3,5 Prozent hält – in eine Aktiengesellschaft.

Warum dieser plötzliche gesellschaftsrechtliche Kraftakt? Die Antwort liefert ein FORMAT exklusiv vorliegender vierseitiger Aufsichtsratsantrag der Bawag-Beteiligungsabteilung: „Bis Jahresende soll die Premiere-Gruppe derart umstrukturiert sein, dass eine Einführung der Premiere-Aktie an der Börse jederzeit im Laufe des Jahres 2005 möglich ist. Eine Due Diligence durch eine börseneinführende Bank ist genauso erforderlich wie eine Prospektprüfung und die Umstrukturierung der Gruppe. Die Vorbereitung des Börsenganges wird einige Monate dauern.“

Der früheste Termin für das so genannte Initial Public Offering (IPO) von Premiere ist laut Insidern der Juli 2005. Nachdem heuer erstmals wieder operative Gewinne geschrieben werden und damit die Sanierung geschafft ist, drängen die Bankaktionäre auf eine frühe Premiere an der Börse. Premiere-Boss Georg Kofler will im FORMAT-Interview den Juli-Termin weder bestätigen noch dementieren: „Die Vorbereitungen für den Börsengang laufen. Wir erwägen ein Initial Public Offering im Laufe des kommenden Jahres – abhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte. Für exakte Zeitpläne ist es zu früh“.

Während zwischen den Aktionären über den optimalen IPO-Zeitpunkt noch gestritten wird, herrscht hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse Einigkeit: Die gesellschaftsrechtliche Umwandlung in eine Aktiengesellschaft ändert vorerst gar nichts (siehe Grafik rechts). Nach dem Börsengang hingegen wird kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Der Ausstieg der Finanzinvestoren wie etwa der des Private-Equity-Fonds Permira ist laut Bawag-Geheimpapier bereits beschlossene Sache: „Permira und die Banken, die vor dem Börsengang über 78 Prozent an Premiere halten, werden ihre alten Aktien nach dem IPO in Paketen bei institutionellen Investoren platzieren.“ Bei einem Schätzwert zwischen 1,5 und 2,5 Milliarden Euro für die gesamte Premiere AG winkt der Bawag ein Verkaufserlös zwischen 52,5 und 87,5 Millionen Euro.

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