Telekom Austria: Großes Zittern

Die Telekom-Bosse hoffen aufs große Abcashen mit Aktienoptionen. Dafür muss der Kurs bis Ende Februar noch um zwei Prozent steigen.

In der Telekom Austria ist eine neue Art der Hektik ausgebrochen. Dutzende Führungskräfte des Konzerns blicken mehrmals täglich auf die Kurstafel der Telekom-Aktie. Auf jeden kleinen Anstieg wird mit innerlichen Anfeuerungsrufen reagiert – ähnlich wie bei Skiübertragungen im Fernsehen, wenn sich ein österreichischer Nationalheld dem Ziel nähert.

Noch vor ein paar Wochen hatten sich Generaldirektor Heinz Sundt und seine Managerkollegen damit abgefunden, dass das Telekom-Papier bis Ende Februar den Wert von 11,70 Euro nicht mehr erreichen würde und damit die vielen schönen Aktienoptionen wertlos verfallen. Keiner rechnete mehr mit Cash. Denn das TA-Optionsprogramm verlangt, dass der Emissionskurs um 30 Prozent überschritten wird. Und der allerletzte Zeitpunkt für die Ausübung ist bereits Ende Februar.

Der rapide Kursanstieg seit Jahresbeginn hat jetzt aber die Stimmung gehörig angeheizt. Urplötzlich ist das für unmöglich Gehaltene in greifbare Nähe gerückt. Allerdings wird es eng, richtig eng.

Am Alltime-High von 11,46 Euro vergangene Woche fehlten nur noch mickrige zwei Prozent auf die magischen 11,70 Euro. Diese Woche ging es zuerst leicht nach unten, dann wieder rauf. Im Unterschied etwa zu RHI-Chef Helmut Draxler, der schon feiern könnte (siehe Kasten), werden die Nerven von Sundt & Co auf eine harte Probe gestellt.

Brutales Spiel: alles oder nichts. Es stehen hübsche Summen auf dem Spiel. Beim Börsengang investierte jeder der vier Vorstände – neben Sundt auch Rudolf Fischer, Boris Nemsic und Stefano Colombo – 108.000 Euro in 12.000 Telekom-Aktien zum Ausgabepreis von neun Euro. Dafür erhielten sie je 120.000 Aktienoptionen gratis dazu. Ab einem Kurs von 11,70 Euro können sie entweder Aktien für neun Euro pro Stück beziehen oder sich den Differenzbetrag von 2,70 Euro sofort bar auszahlen lassen. Macht pro Mann 324.000 Euro auf die Hand. Pro 10 Cent, die der Kurs höher liegt, gibt es um 12.000 Euro mehr.

Doch das Spiel heißt: alles oder nichts. Steigt die Aktie in den nächsten vier Wochen nicht auf den ominösen „strike price“, dann schauen die Telekom-Bosse durch die Finger. Der schwache Trost: Die gekauften Papiere brachten jedem Vorstand bis dato rund 26.000 Euro Gewinn.

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