Talfahrt: Überschrittener Zenit

Das Wirtschaftswachstum geht zurück. Dafür sind nicht nur die US-Probleme verantwortlich, sondern auch die stagnierende Kaufkraft in Österreich.

Die Angst geht um – und manche Experten fürchten sich so sehr, dass sie ihr nicht einmal einen Namen geben mögen. Verschämt ist vom R-Wort die Rede. Im Klartext: Es geht um die Sorge vor der Rezession. Der Immobiliencrash in den USA hat sich längst zu einer globalen Finanzkrise ausgeweitet, einige europäische Banken konnten nur durch milliardenschwere Liquiditätsspritzen vor dem Kollaps gerettet werden. Außerdem hat eine Flucht aus dem US-Dollar eingesetzt, die den Euro derzeit von einem Allzeithoch zum anderen treibt und die Exportwirtschaft belastet. All das ist Sand im Getriebe des europäischen Konjunkturmotors. Derzeit sind die Ökonomen fieberhaft dabei, ihre Konjunkturprognosen zu überarbeiten. Die Ergebnisse sind absehbar: Im nächsten Jahr wird die Wirtschaft deutlich langsamer zulegen, als die Experten noch vor ein paar Wochen annahmen.

Der Zenit des gegenwärtigen Aufschwungs ist damit auch in Österreich überschritten. So rechnen die Volkswirte der BA-CA für 2008 nur noch mit einem realen Wachstum von 2,3 Prozent, das ist immerhin ein ganzes Prozent weniger als die Schätzung für heuer. Und 2009 ist ein weiterer Rückgang auf 2,0 Prozent abzusehen. In der gesamten Euro-Zone soll das Wachstum dann sogar unter zwei Prozent liegen. Es könnte durchaus noch schlimmer kommen: Die BA-CA-Prognosen gehen davon aus, dass es in den USA nur zu einer weichen Landung der Konjunktur und zu keinem echten Crash kommt.

Die Ursachen des Wirtschaftsabschwungs sind nicht nur in den USA zu finden, ein guter Teil des Bremsvorgangs ist auf hausgemachte Probleme zurückzuführen. Bisher war nämlich der Aufschwung in Österreich hauptsächlich vom Export und von Investitionen getrieben. So soll heuer die Bauwirtschaft preisbereinigt um 4,5 Prozent zulegen, Investitionen in neue Anlagen sogar um 5,6 Prozent. Das Sorgenkind bleibt dagegen der Inlandskonsum. BA-CA-Volkswirt Stefan Bruckbauer: „Wir registrieren schon heuer unerwartet schwache Werte. Es werden zum Beispiel deutlich weniger Autos gekauft. Insgesamt dürfte der private Konsum 2008 lediglich um 1,8 Prozent steigen, also deutlich langsamer als die Gesamtwirtschaft.“

Karrieren

Die größten Hürden bei der Weitergabe von Unternehmen

FMA schlägt Alarm vor betrügerischen Finanzdienstleistern

Geld

FMA schlägt Alarm vor betrügerischen Finanzdienstleistern

Österreicher Stumpf bringt deutsche Exyte an die Börse

Geld

Österreicher Stumpf bringt deutsche Exyte an die Börse