Takeover-Spekulationen: HVB in Heiratsstimmung

Die heiße Diskussion über die Zukunft der HypoVereinsbank schlägt auch in Österreich große Wellen.

In der Kommunikationsabteilung der Münchner HypoVereinsbank (HVB) laufen seit zwei Wochen die Telefonleitungen heiß. Die Public-/ Investor-Relations-Mannschaft der HVB versucht vehement verunsicherte Investoren zu beruhigen, seit bekannt wurde, dass die zweitgrößte Bank Deutschlands einerseits das Ziel einer möglichen Übernahme durch die italienische UniCredit Banca ist und andererseits für 2004 zum dritten Mal in Folge herbe Verluste schreibt. HVB-Kommunikationschef Martin Roth: „Übernahmespekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht. Die Sonderwertberichtigungen im Immobilienbereich werden zu einem entsprechenden Verlustausweis führen.“ Die Höhe der Wertberichtigungen liegt bei 2,5 Milliarden Euro, der erwartete Verlust knapp darunter.

Die HVB-Krise schlägt auch in Wien hohe Wellen: Hier werden bereits Auswirkungen einer möglichen UniCredit-Übernahme auf die HVB-Tochter Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) heftig diskutiert. Die große Frage nach jahrelangem Gezerre mit der Münchner Mutter lautet: Wie viel Freiraum würde eine Mama aus Genua der österreichischen Tochter lassen?

Das gesamte Ausmaß des neuerlichen HVB-Desasters hat sogar Analysten überrascht. Der Bankenexperte der deutschen Privatbank Sal. Oppenheim, Metehan Sen: „Die Wertberichtigungen von 2,5 Milliarden Euro sind einfach schockierend. Der Markt rechnete mit ein bis zwei Milliarden Euro.“ Für Thomas Bichler, Analyst der Raiffeisen Zentralbank, nährt die Neubewertung und Überführung der HVB-Problemkredite in das neu geschaffene Segment „Real Estate Restructuring“ (Volumen: 15 Milliarden Euro) die aktuellen Übernahmespekulationen mit den Italienern. Bichler: „Die Braut macht sich hübsch für einen Käufer.“

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