Supermacht, auf Öl gebaut

Der EU-Russland-Gipfel bewies: Moskau muss sich mit dem Westen nicht mehr unbedingt arrangieren.

Etwas vorschnell akzeptierte der Westen Russland in den neunziger Jahren als westliche Macht. Sie war es aber nicht. Jetzt könnte sie es werden, will aber nicht mehr. Die EU möchte Russland gerne in eine Wertepartnerschaft einbinden – Russland will jedoch nur eine Interessenpartnerschaft. Es ist stark genug, „njet“ zu sagen. Denn es schwimmt in Geld aus dem Export von Öl, Gas und Metallen. Mit den Ländern des Westens muss es sich nicht mehr arrangieren.

Das ließ die Kreml-Administration die EU diese Woche deutlich spüren. Beim EU-Russland-Gipfel in Sotschi gab es wenig konkrete Ergebnisse. Österreichs Kanzler und EU-Ratspräsident Wolfgang Schüssel konnte nur kleine Erleichterungen bei der Erteilung von EU-Visa für Wissenschaftler, Studenten und die Wirtschaftselite sowie eine Annäherung bei der Rücknahme von Flüchtlingen, die über Russland in die EU kamen, vermelden.

Putin hatte zur Jahrtausendwende ein wirtschaftlich am Boden liegendes Land übernommen. Heute ist Russlands Wirtschaft so gesund wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Die Devisenreserven haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf 175,9 Milliarden US-Dollar mehr als verfünffacht. Bis nächstes Jahr sollen sie nach Berechnung von Deutsche Bank Research noch einmal um 125 Milliarden Dollar steigen. Fast nebenbei hat Russ-land 100 Milliarden US-Dollar an Auslandsschulden zurückgezahlt. Die 100 Millionen Dollar, die das Land im Juni an die Comecon-Bank IBEC zurückzahlen wird, sind im Vergleich dazu nur Pea-nuts.

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