Strahlende Geschäfte

Die Angst vor einer nuklearen Aufrüstung des Irans und der weltweit steigende Energiebedarf machen Uran zum derzeit heißesten Rohstoff der Welt. Der legale Handel blüht ebenso wie der Schmuggel.

Die Ereignisse, die derzeit die Weltpolitik bestimmen, finden viele Meter unter der Erde statt. Am Dienstag dieser Woche haben iranische Nuklearwissenschaftler die Siegel der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aufgebrochen und jene gewaltigen unterirdischen Zentrifugen in Gang gesetzt, in denen aus einem mineralischen Rohstoff eine der gefährlichsten Substanzen der Erde hergestellt wird: hochangereichertes Uran.

Dem eher unansehnlichen Schwermetall kommt derzeit besondere Aufmerksamkeit zu. Auf der politischen Seite ist es der diplomatische Krieg um das iranische Atomprogramm, der die radioaktive Substanz in die Schlagzeilen bringt. Doch auch wirtschaftlich gesehen ist das schwerste natürlich vorkommende chemische Element eine große Nummer.

Renaissance der Reaktoren. Nachdem sich der Ölpreis in den vergangenen vier Jahren versechsfacht hat, erlebt der Energieträger Uran eine Renaissance, selbst in Staaten, die sich dem Ausstieg aus der Kernkraft verpflichtet haben, wie etwa Deutschland. Demnächst geht im finnischen Olkiluoto ein neues Nuklearkraftwerk ans Netz – erstmals in der EU seit 15 Jahren.

Doch das Uran, das die Minengesellschaften aus dem Boden holen – in der Regel als Uranoxyd –, ist weder für militärische noch für zivile Zwecke einsetzbar. Das liegt an den physikalischen Besonderheiten des Metalls. Je nach der Anzahl der Neutronen im Atomkern unterscheiden Experten spezielle Formen von Uran – so genannte Isotope. Nur das Isotop 235 ist für eine sich selbst erhaltende Kernreaktion geeignet. Es kommt in der Natur allerdings sehr selten vor: normalerweise enthalten Uranvorkommen nur 0,7 Prozent dieser atomaren Form, 99,3 Prozent entfallen auf das nicht nutzbare 238er-Isotop.

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