Strafanzeige gegen Christian Jagerhofer: Kleinaktionär aus Toronto klagt auf Betrug

Ein Kleinaktionär der in Toronto gelisteten Foccini International Inc. hat bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen den österreichischen Manager Christian Jagerhofer eingebracht. Ihm wird darin vorgeworfen, den Aktionären im Vorfeld des Börsengangs der Firma 2003 relevante Informationen vorenthalten zu haben. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

Konkret heißt es in der FORMAT vorliegenden Strafanzeige: "Christian Jagerhofer hat mich und andere Investoren getäuscht, indem er es vorsätzlich unterlassen hat, uns über Tatsachen, wie seine wahren Verbindlichkeiten oder die Involvierung als Geschäftsführer in ein Insolvenzverfahren, aufzuklären."

Gemeint ist ein angeblich zwischen den Firmen Souval und Foccini geschlossener Kooperationsvertrag vom 9. April 2001. Durch die Kooperation seien der Wiener Souval GmbH bis zu eine Million Euro Schaden entstanden, die von Jagerhofer nicht refundiert worden seien. Souval meldete später Insolvenz an. Zudem soll Jagerhofer die Finanzlage der Foccini-AG nicht korrekt dargestellt haben. Dabei geht es etwa um fehlende Rückstellungen in der Bilanz 2002.

Private Intrige?
Christian Jagerhofer weist die Vorwürfe gegenüber FORMAT als absurd zurück: "Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Bei der Strafanzeige handelt es sich um eine private Intrige, um mir beruflichen Schaden zuzufügen. Ich habe weder etwas verheimlicht, noch war ich in ein Insolvenzverfahren verstrickt. Denn es kam gar nicht erst zu einer Kooperation zwischen Foccini und Souval, weil Souval schon zuvor in die Pleite geschlittert war."

Weitere Klagen geplant
Laut FORMAT-Informationen planen bereits zwei weitere Kleinaktionäre die Einbringung einer Strafanzeige. Dieser Tage wollen sie neben der FMA auch die kanadische Justiz, sowie das FBI und die Börsenaufsicht in Toronto über den angeblichen Betrugsfall verständigen.

Die in Kanada ansässige Merchandising-Firma Foccini International hat in den USA und Kanada mehrere hundert Anleger, in Österreich sind es laut Jagerhofer eine handvoll. Das Ziel der Gesellschaft ist unter anderem die Herstellung von Werbeartikeln für Handelsfirmen. War die Aktie anfangs zwanzig kanadische Cent wert, so kostet sie aktuell etwa zwölf Cent.

Lesen Sie die ganze Story im FORMAT 09/08!

Peter Pelinka

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