Strabag: Der Plan des Syndikats

Die geheimen Strabag-Syndikatsverträge planieren den Börsengang des Bauriesen. Größter Profiteur ist die Raiffeisen-Gruppe. Der Teilrückzug bringt ihr mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Abgecasht wurde bereits am 20. April. Wenige Tage bevor der Einstieg des russischen Oligarchen Oleg Deripaska und die gleichzeitige Verschiebung des lang ersehnten Börsengangs des Bauriesen Strabag vertraglich fixiert wurden, beschloss der achtköpfige Strabag-Vorstand unter Vorsitz von Hans Peter Haselsteiner eine Gewinnausschüttung an die Altaktionäre von 77 Millionen Euro. Ein Betrag, den sich Haselsteiner und die Raiffeisen-Gruppe teilen. Die diskrete Dividende ist aber nur ein Vorgeschmack auf bevorstehende Vermögenstransfers, die sowohl Haselsteiner als auch Raiffeisen um Hunderte Millionen Euro reicher machen werden.

Der Weg dorthin führt jedenfalls über die Börse und wird in drei zwischen Haselsteiner, Raiffeisen und Deripaska wechselseitig abgeschlossenen Verträgen dokumentiert. Die brisanten Inhalte des milliardenschweren Vertragswerks („Share Purchase Agreement“, „Shareholders Agreement“, „Subscription Agreements“) liegen FORMAT exklusiv vor. Darin werden nicht nur der Aktienverkauf an Deripaska und die Spielregeln im Syndikat, sondern auch Details zum IPO (Initial Public Offering oder: Börsengang) beschrieben.

Grundsätzlich sieht der Plan des Syndikats vor, dass dessen Mitglieder, also Deripaska, Haselsteiner und Raiffeisen, ihre Anteile via Börsengang auf jeweils 25 Prozent plus eine Aktie senken und frühestens ab 2009 ihre Anteile sogar auf jeweils 17 Prozent reduzieren. Zwar würde der österreichische Einfluss dann auf 34 Prozent schrumpfen, die Mehrheit von 51 Prozent bliebe aber weiterhin beim Syndikat. Der als „Shareholders Agreement“ titulierte Syndikatsvertrag normiert ein gegenseitiges Vorkaufsrecht und das Abstimmungsverhalten in der Hauptversammlung. Der 51-Prozent-Passus im Syndikatsvertrag läuft im Jahr 2017 aus.

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