Steiningers Rückkehr

Drei Monate war der wichtigste Mann im Eurofighter-Deal in Thailand, jetzt ist er zurück. Wie Erhard Steininger zum geheimnisumwitterten Top- Lobbyisten für das österreichische Bundesheer aufstieg.

Alles in allem war es eine ganz normale Rückkehr in die Heimat – fast wie bei anderen Österreichern auch. EADS-Lobbyist Erhard Steininger brachte am vergangenen Montag nach drei Monaten Thailand-Urlaub erst mal den Garten in seinem Haus in Maria Gugging bei Klosterneuburg in Schwung und bewies dabei auch gleich seine Affinität zur Hochtechnologie: Rund ums Biotop im vorderen Teil des Gartens surrte ein Rasenmäher-Roboter über die Wiese und kürzte die Grashalme auf Golfplatzniveau. Dagegen mühte sich der 69-Jährige höchstpersönlich beim Swimmingpool im hinteren Gartenareal mit einem defekten Schaltkreis einer der Pool-Laternen. Für Fragen der Journalisten fand Steininger während der Gartenarbeit offenbar keine Zeit. Seine Medienstrategie änderte Steininger dann erst am Dienstag, als er Fotografen sein Hinterteil in die Kamera streckte. Ein höchst ungewöhnliches Verhalten für jemanden, der von allen Branchenkennern fast unisono als „diskreter Sir und hochseriös“ beschrieben wird.
Gut möglich, dass bei dem wichtigsten Fädenzieher des zwei Milliarden schweren Eurofighter-Deals die Nerven zu flattern beginnen. Ein weiteres Indiz dafür: Steininger Auftauchen beim Heimspiel seines Lieblingsklubs Rapid Wien im Hanappi-Stadion vergangenen Samstag kam selbst für Steininger-Vertraute überraschend: Sein Anwalt Andreas Nödl sagt gegenüber FORMAT, er hätte sich einen „anderen ersten Medienauftritt meines Mandaten – zum Beispiel vor Gericht oder vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss – gewünscht als bei einem SPÖ-nahen Fußballverein in der VIP-Lounge“.

Fakt ist: Seit Steiningers erstem Auftritt vor dem U-Ausschuss am 31. Jänner sind viele neue Fragen aufgetaucht, die alle direkt mit Steiningers „Bofors Verbindungsbüro für Österreich“ und seiner Rolle beim Eurofighter-Ankauf in Zusammenhang stehen. Zum Beispiel die jährliche 200.000-Euro-Zahlung von EADS an Rapid seit 2002. Oder die 28.000 Euro an den ehemaligen Pressesprecher von BZÖ-Chef Peter Westenthaler, Kurt Lukasek.Vor allem aber die 6,6 Millionen Euro netto an die Werbeagentur des FPÖ-nahen Paares Rumpold. Und nicht zuletzt jene 87.000 Euro, die Trauzeuge Steininger an die Firma des Ehepaars Wolf überwiesen hat. Ex-Generalmajor Erich Wolf saß zu dieser Zeit als Kommandant der Luftstreitkräfte in einer Bewertungskommission, die den Eurofighter und seinen Konkurrenten, den Saab Gripen, zu bewerten hatte.

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