Start-ups und New Economy: Jobmotor oder Jobkiller?

Start-ups und New Economy: Jobmotor oder Jobkiller?

Uber: Großer Wert, wenig Jobs.

Mit neuen Technologien sprengen junge Unternehmen die alte Wirtschaftswelt. Sie sind längst so wertvoll wie jahrzehntelange Spitzenreiter, kommen aber mit viel weniger Mitarbeitern aus und arbeiten daran, dass das so weitergeht.

Bill Gates, dem Microsoft-Gründer und reichsten Mann der Welt, kann man vieles unterstellen, eines aber nicht - ein notorischer Schwarzmaler zu sein. Schon gar nicht, was Technologie angeht.

Doch vor zwei Wochen ließ er bei einem Interview mit dem US-Thinktank The American Enterprise Institute aufhorchen: "Substitution durch Software, egal, ob sie Fahrer ersetzt, Kellner oder Krankenschwestern, ist auf dem Vormarsch.“ Wir würden überlegen müssen, Arbeit geringer zu besteuern, um Beschäftigung zu maximieren. Der Kapitalismus tendiere zur Ungleichheit, Technologie werde über die Zeit die Nachfrage nach Arbeit senken. Gates warnt: "Diese Dinge kommen schnell, wir müssen uns darauf einstellen. In 20 Jahren wird in vielen verschiedenen Bereichen weniger Arbeitskraft unterschiedlicher Qualifikation gebraucht werden als heute.“

Wir richtig Gates damit liegt zeigt ein Vergleich von erfolgreichen Start-Ups und New Economy Unternehmen mit klassischen Old Economy Companies. Der Onlinehändler Amazon hat etwa unter den jungen Riesenunternehmen vergleichsweise viele Mitarbeiter. Doch mit einer Mannschaft, die nur halb so groß ist wie die Belegschaft des gesamten österreichischen Einzelhandels, beliefert er die ganze Welt. Bald wird er sie zum Teil durch Roboter und Drohnen ersetzen. Facebook wiederum erzielt mit 9.200 Mitarbeitern die gleiche Marktkapitalisierung wie Chevron, Twitter ist so viel wert wie der Energiekonzern E.On, der fast 60.000 Menschen Arbeit gibt - und diese direkt an diesem Wert teilhaben lässt.

Von den Top-10-Start-ups, die noch nicht an der Börse notieren, beschäftigen fünf weniger als 1.000 Mitarbeiter. Zum Teil gehört das zum Geschäftsmodell: Sowohl das Transportunternehmen Uber als auch AirBnB sehen sich als Plattform, über die dann selbstständig agierende Menschen ihre Geschäfte abwickeln können. Sie verdienen an den Vermittlungsgebühren.

Die wertvollsten Start-ups

Start-ups kommen mit sehr wenig Personal aus
Gegründet Unternehmen (Land) Marktwert Mitarbeiter
2010 Xiaomi (China), Smartphones 42 Mrd. € 7.000
2009 Uber (USA), Transport 38 Mrd. € 2.000*
2004 Palantik (USA), Analyse-Software 13,6 Mrd. € 1.500
2012 Snapchat (USA), Mobile-Chat 13,6 Mrd. € 200*
2002 SpaceX (USA), private Raumfahrt 11 Mrd. € 3.000
2008 Pinterest (USA), Social Media 10 Mrd. € 500
2007 Flipkart (Indien), Onlinehandel 10 Mrd. € 15.000
2008 AirBnB (USA), Sharing Economy 8,3 Mrd. € 900
2007 Dropbox (USA), Speicher-Service 8,3 Mrd. € 900
2003 Theranos (USA), Bluttests 8,1 Mrd. € 500

Quelle: Kursstand vom 25. März, Unternehmen; Ranking erstellt von "Wall Stret Journal" und Dow Jones Venture Source (Februar 2015). * Branchenschätzungen, keine Zahlen bekannt.

Jobmotor oder Jobkiller?

Start-ups und New Economy - schaffen oder vernichten sie Jobs?

Lesen Sie den ganzen Artikel aus FORMAT 14/2015
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