Starker Dollar kann die Weltwirtschaft wiederbeleben

„Wenn die Entwicklung so weiter-geht, wird ein Euro-Dollar-Verhältnis von 1:2 realistisch.“

Was wir derzeit erleben, ist der Anfang einer Besorgnis erregenden Entwicklung. Wir stehen am Beginn einer globalen Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Die Weltwirtschaft ist auf einer gigantischen Kreditblase aufgebaut. Die Staatsverschuldung von Nationen wie den USA mit gigantischen 10.000 Milliarden US-Dollar ist enorm. Jährlich kommen weitere 800 Milliarden US-Dollar an Budgetdefizit dazu. Allein die Rettung der angeschlagenen Investmentbank Bear Stearns hat die Federal Reserve 70 Milliarden Dollar gekostet.
Nicht gerechnet sind die fast wöchentlichen Milliardeneinschüsse der Fed an den Finanzmärkten zur Stützung der amerikanischen Aktien und des US-Dollar. Zu Zeiten des Goldstandards lag für jede einzelne Banknote ein Goldäquivalent in den Tresoren der Notenbanken. Heute steht Papiergeld kein realer Wert mehr gegenüber. Durch das Ende des Goldstandards können manche Nationen relativ unkontrolliert immer mehr Geldscheine in Umlauf bringen, mit extrem negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, was die Inflation anheizt und zu einer Hyperinflation führen kann.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis diese Blase platzt. Die Zinssenkungen der Fed bringen nur kurzfristig Liquidität in den Markt. Bear Sterns wird somit wohl kein Einzelfall bleiben, und trudelnde Investmentbanken zu stützen geht bei der ersten gut, ab der zweiten wird es bereits problematisch. Wenn die Entwicklung an den Weltmärkten so weitergeht, wird ein Euro-Dollar-Verhältnis von 1:2 realistisch.
Um Stabilität in die Finanzmärkte zu bringen, ist es daher extrem wichtig, dass der US-Dollar wieder hart wird, sonst investiert in absehbarer Zeit kein Land mehr in amerikanische Anleihen. Der Dollar wird immer wertloser gegenüber anderen Währungen. Damit werden Waren und Rohstoffe teuer, und es wird immer schwieriger für die US-Wirtschaft, weil Einkauf und Produktion nahezu unerschwinglich werden.
Dass die Fed angeschlagene Banken mit Milliardenspritzen rettet, ist der falsche Weg. Erst wenn sich die US-Währung erholt hat, kann man auch die Krise an den Weltmärkten in den Griff bekommen. Es wird am nächsten US-Präsidenten liegen, ob er die Talfahrt des Dollar stoppen kann.

Telekom Austria COO Alejandro Plater (li.) und CEO Thomas Arnoldner

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