Ständig betrunken ohne einen Tropfen Alkohol

Ständig betrunken ohne einen Tropfen Alkohol

Betrunken sein, ohne etwas zu trinken. Klingt verlockend, doch für den Briten Matthew Hogg ist dieser Zustand nicht besonders angenehm. Eine seltene Krankheit sorgt für einen dauerhaft hohen Alkoholpegel im Blut. Seit zwanzig Jahren leidet er schon am sogenannten Eigenbrauer-Syndrom.

Dauernd betrunken und ständig verkatert sein ist sicher kein angenehmes Gefühl. Der Brite Matthew Hogg weiß, wie sich dieser Zustand anfühlt - allerdings ohne getrunken zu haben und seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Brauerei im Darm

Hogg leidet an einer seltenen Krankheit namens "Auto-Brewery Syndrome" oder zu Deutsch "Eigenbrauer-Syndrom". Es handelt sich dabei um eine seltene Erkrankung des Darms: Immer, wenn Hogg Kohlenhydrate und Zucker zu sich nimmt, wird er betrunken. Denn sein Körper wandelt sie in Ethanol um. Die Daily Mail zitierte ihn in einer Geschichte mit dem Titel: "I don't need a pub - I've got a brewery in my BELLY", "Ich brauche kein Pub, ich habe eine Brauerei in meinem Bauch".

Ärzte diagnostizierten in seinem Darm große Mengen an Hefebakterien, die Ethanol in seinem Darm produzieren. Außerdem entstehen durch den Stoffwechsel weiterer Bakterien große Mengen anderer Alkoholika. Der durch die Reaktionen entstandene Alkohol geht sofort ins Blut.

Kaum medizinische Studien über die Krankheit

Mediziner rätseln noch immer über das Eigenbrauer-Syndrom, es gibt bisher nur wenige Studien dazu. Das International Journal of Clinical Medicine berichtete etwa 2013 darüber. Hogg selber sagt, dass es wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten gibt, aber man müsste die Krankheit frühzeitig erkennen. Bei ihm ist sie mittlerweile chronisch, mehrere Therapien, für die er bis nach Mexiko reiste, zeigten keine Wirkung.

Ernährung angepasst

Dennoch hat Matthew Hogg inzwischen gelernt, mit seiner Krankheit umzugehen und hat seine Ernährung angepasst. "Ich habe jahrelang eine Art Mittelalter-Ernährung mit Fleisch, Gemüse, Nüssen und Samen gemacht. Aber die Ursachen meiner Beschwerden verschwanden trotzdem nicht. Ich leide also noch immer unter chronischen Symptomen wie Müdigkeit, Schmerzen, Stress- und Belastungsintoleranz und kognitiven Störungen, aber nicht mehr unter den Symptomen eines akuten und schlimmen Katers", wie er im Interview mit Vice sagt.

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