Sperren hätten vor 16 Monaten passieren müssen

Die IOC-Sanktionen und der Konflikt um ÖSV-Präsident Schröcksnadel: Wie intakt sind Salzburgs Chancen auf die olympischen Winterspiele?

Wenn in Kürze in Guatemala die Winterspiele 2014 vergeben werden, wird Salzburg den Zuschlag nicht erhalten. Selbst eine goldene Rodelbahn oder eine zum Schutz vor einer Windlotterie überdachte Skisprungarena könnten daran nichts mehr ändern. Egal wie man zur Salzburger Bewerbung steht: Die Organisatoren vor Ort trifft keine Schuld.

In einer merkwürdigen Mischung aus Ignoranz, Arroganz und Dilettantismus haben der Österreichische Skiverband, das ÖOC und die verantwortlichen Sportpolitiker nach den Dopingvorfällen von Turin die Köpfe tief in den Sand gesteckt. Erst die Androhung eines Olympiaausschlusses Österreichs für 16 Jahre hat zu längst überfälligen Konsequenzen geführt. Für die Salzburger Olympiabewerbung kommen die Schritte viel zu spät.

Österreich hat sich in das internationale Doping-Eck manövriert. Walter Mayer, der Hauptverantwortliche für die Blutbeutelaffäre von Salt Lake City 2002 wurde bis zum Jahr 2010 vom IOC für Olympische Spiele gesperrt. Trotzdem durfte er im Mannschaftsquartier der Langläufer nächtigen – wo im Übrigen wieder Blutbeutel gefunden wurden – und war bei einer Weinverkostung im Österreich-Haus gern gesehener Gast. Hans Knauss wurde unmittelbar nach Verhängung seiner Dopingsperre ORF-Kommentator. Als Sportler war er gesperrt, als Journalist für Olympia akkreditiert.

Bis zum 29. Mai 2007 hat weder der ÖSV noch das ÖOC personelle Konsequenzen aus Turin gezogen. Der Rücktritt Peter Schröcksnadels als ÖOC-Vizepräsident und die lebenslange Olympiasperre der involvierten Sportler und Betreuer hätten bereits vor 16 Monaten geschehen können. Stattdessen hat sich Sportstaatssekretär Lopatka selbst letzte Woche noch fahrlässig gegen Schröcksnadels Rücktritt aus dem ÖOC ausgesprochen. Wer so agiert, braucht sich nicht zu wundern. Olympia 2014 können auch die letzten Träumer sehen – im Fernsehen, aber nicht in Salzburg.

Heinz-Christian Strache

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