Sparen ohne KESt: Zinsen auf dem Hoch

Dank Steuervorteilen schlagen die Anleihen jedes Sparbuch.

Die US-Immobilienkrise kennt viele Verlierer, aber zwei klare Gewinner. Weil die Banken händeringend nach Liquidität suchen, bekommen Sparer so hohe Zinsen wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Und weil der Finanzminister ja ein Viertel aller Zinsen als Steuern abschöpft, klettern auch seine KESt-Einnahmen auf Rekordniveau. Clevere Anleger behalten die gesamten Erträge brutto für netto – zumindest fast. Denn bei Wohnbauanleihen bleiben vier Prozent Jahreszinsen von der Zinsbesteuerung verschont. Nur das, was darüber hinaus gezahlt wird, wird um 25 Prozent gekürzt. So ergeben sich Renditen, die KESt-pflichtigen Sparbuchzinsen von weit über fünf Prozent entsprechen – ein Niveau, auf das Sparer lange vergeblich warten mussten.

4,19 Prozent netto für zehn Jahre. So ist zum Beispiel die neue BA-CA-Wohnbankanleihe (ISIN AT000B074216) bei einer Laufzeit von zehn Jahren mit einem Fixkupon von 4,25 Prozent ausgestattet. Nach Abzug von lediglich 0,06 Prozentpunkten KESt bleiben so 4,19 Prozent netto übrig. Das entspricht einer voll steuerpflichtigen Sparbuchverzinsung von 5,59 Prozent. Falls es Ihnen möglich ist, den Kauf der Wohnbauanleihen zusätzlich als Topf-Sonderausgabe von der Steuer abzusetzen, steigt die Rendite in Regionen eines Sparbuches mit sechs Prozent und mehr. Bei den anderen Instituten sind die aktuellen Konditionen ähnlich attraktiv. So plant der Sparkassensektor am kommenden Montag, sein neues Wohnbankpapier mit konstant 4,4 Prozent Zinsen auszustatten, allerdings beträgt dafür die Laufzeit 13 Jahre. Bei der ebenfalls 13-jährigen Tranche der Raiffeisen-Wohnbank (AT000B020532), die für die Raiffeisen-Bausparkasse aufgelegt wird, gibt es vier Prozent im Jahr fix plus bis zu 30 Prozent Zinsbonus am Schluss. Und die Zeichen stehen nicht schlecht, dass der Schlussbonus in dieser Region liegt. Die Besitzer der Anleihe sind nämlich zu 30 Prozent am Anstieg eines Aktienindexkorbes aus EuroStoxx 50, amerikanischem S&P 500 und japanischem Nikkei beteiligt. Um den Maximalbonus von 100 Prozent zu bekommen, müsste der Indexkorb sich verdoppeln, was in 13 Jahren durchaus realistisch ist.

Interessant sind auch ältere Wohnbankemissionen, bei denen der Kurs inzwischen deutlich unter 100 liegt. So notiert die vierprozentige Fixzins­anleihe Bawag PSK (AT0000A08836) mit Laufzeit bis 2019 auf einem Kurs von 97,38 Prozent. Das ergibt eine aktuelle Rendite von 4,31 Prozent, die völlig steuerfrei bleibt, weil ja der Kupon gerade noch in der KESt-freien Zone liegt und die Kursgewinne zwischen Kaufpreis und Tilgungskurs von 100 ohnehin steuerfrei bleiben. Natürlich besteht ein gewisses Risiko, dass das allgemeine Zinsniveau wegen der drohenden Inflationsgefahren noch weiter steigt und damit der Kurs der niedriger verzinsten Altpapiere sinkt. Allerdings wirken sich die stark steigenden Energiepreise nur 12 Monate lang auf die Teuerungsrate aus, sodass mittelfristig gute Chancen auf rückläufige Inflationsraten und Zinsen und damit sogar auf Kursgewinne der genannten Wohnbankanleihen bestehen.

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