So rollt der Rubel auch in Ihr Depot

Der Rohölpreis von 100 Dollar sorgt für Budgetüberschüsse.

Ende der 50er-Jahre träumte der damalige russische KP-Chef Nikita Chruschtschow davon, Amerika in wenigen Jahren wirtschaftlich zu überholen – ein absurdes Hirngespinst. Jetzt hat aber der Aufstieg von Russ­land zu einer wirtschaftlichen Supermacht längst eingesetzt, wenn auch die USA noch mit Respektabstand führen. Und ganz anders, als Chruschtschow sich das damals vorstellte, gehören die Aktionäre zu den Hauptgewinnern. So hat derjenige, der Ende 2002 den Betrag von 10.000 Euro in den Russ­land-Aktienfonds Pioneer Russia Stock (ISIN AT0000668264) investierte, inzwischen 41.467 Euro auf dem ­Konto. Der JPMorgan Russia (ISIN LU0215049551) hat den Einsatz ebenfalls vervierfacht und liegt mit dem Pioneer-Fonds Kopf an Kopf. Welchen der beiden heraus­ragenden Russland-Fonds man kauft, ist weniger wichtig – entscheidend ist, dass man überhaupt ­investiert ist.

Obwohl der Rohölpreis auf einen Rekordstand bei 100 Dollar pro Fass geklettert ist, liegen die Fonds seit Jahresanfang noch leicht im Minus. Das könnte sich allerdings rasch ändern. So könnte schon die politische Sicherheit, wer neuer russischer Prä­sident wird, zu einem Auslöser für eine Kursrally werden. Die eigentlichen Treiber des Aufschwungs sind die hohen Öl- und Rohstoffpreise. Die ­Einnahmen kommen nicht nur Energiekonzernen zugute, sondern wirken wie Doping auf die gesamte russische Ökonomie.
So schwimmt der russische Staat in Geld. Im letzten Jahr endete das Budget mit einem Überschuss von fast 100 Milliarden Dollar, das sind fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch die Löhne steigen kräftig und sorgen für eine kaufkräftige Mittelschicht. Deshalb investiert der Russland-Fonds von Pioneer in ein breites Spektrum von Aktien. Zwar ist der Energiesektor mit Titeln wie Gazprom und Lukoil mit einem Gewicht von 26 Prozent die wichtigste Branche im Fonds. Direkt dahinter folgen aber schon mit 22 Prozent Handy­betreiber wie Vympelkom und MTS. Trotz des rasanten Anstiegs in den vergangenen Jahren sind russische ­Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,3 auf Basis der Gewinne des Jahres 2007 immer noch günstig. Für heuer gehen die Experten von einem Gewinnanstieg von 11,5 Prozent aus, wobei der neue Ölpreisrekord noch gar nicht in diesen Zahlen berücksichtigt wurde. Natürlich wird Russlands Börse auch in Zukunft unter dem oft unbe­rechenbaren Einfluss von Politikern und deren Günstlingen stehen. Aber das ist der Preis für die Chance, das Geld in kurzer Zeit zu verdoppeln.

Peter Pelinka

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