So investieren die Reichen

Goldbarren, Immobilien, Aktienfonds – die wirklich Wohlhabenden haben ganz unterschiedliche Rezepte, wie sie ihr Vermögen weiter vermehren.

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu. Vielfältige Statistiken und die ständig steigenden Durchschnittsvermögen der reichsten Erdenbürger beweisen, dass, wer bereits viel Geld besitzt, offenbar auch beste Chancen hat, es überdurchschnittlich rasch zu vermehren. Dieses merkwürdige Gesetz pekuniärer Gravitation erzeugt bei den Minderbesitzenden – also bei fast allen – spontanen Neid.
Doch gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie machen die das? Wie legen Banker wie Erich Hampel, Industrielle vom Kaliber eines Hannes Androsch oder Finanzgenies wie „Mister Superfund“ Christian Baha privat ihr Geld an? Haben sie besondere Tricks oder geheime Rezepte, die ihren Kontostand rascher anschwellen lassen als bei Normalbürgern?
Befragt man die wahrhaft Wohlhabenden nach ihrem finanziellen Gebaren, so sind die Anworten erstaunlich unspektakulär (siehe Kästen). Wer wildes Gezocke an Terminmärkten oder aufgeregtes Traden mit Aktien erwartet, liegt völlig falsch. „Bei reichen Personen steht nicht mehr die maximale Vermehrung des Geldes im Vordergrund“, erklärt Christoph Kraus, als Vorstandschef der Kathrein-Bank mit dieser noblen Klientel vertraut, „ sondern die langfristige Erhaltung des Vermögens.“ Anleger, die erst ein Vermögen schaffen wollen, so der Banker, müssten ein viel höheres Risiko in Kauf nehmen, „der Extremfall dafür ist der Lottoschein, der – vernünftig betrachtet – keine Erfolgsaussichten bietet“.

Erfolgreiche Unternehmer investieren am liebsten in weitere Unternehmen. Besonders wenig Beziehung zu Geldanlage und Börse haben diejenigen, die durch den erfolgreichen Aufbau von Unternehmen zu ihrem Vermögen gekommen sind. Karl Bruckner, Gesellschafter bei BDO Auxilia und Spiritus Rector zahlreicher Stiftungskonstruktionen, sieht Gemeinsamkeiten: „Wer sein Geld mit der Führung eines Unternehmens verdient hat, der tendiert dazu, die Gewinne wieder in Unternehmen zu investieren und nicht in Finanzanlagen.“ Typisch für diese Haltung ist Berndorf-Sanierer Norbert Zimmermann, der seine Risikobereitschaft ausschließlich in seiner Managertätigkeit auslebt: „Ich bin bei der Geldanlage ganz auf Sicherheit bedacht.“ Garantiefonds und Anleihen dominieren das private Depot, um das sich in der Hauptsache die Ehefrau kümmert. Das eigentliche Vermögen des Industriellen sind seine Unternehmen, zu denen neben der Berndorf AG auch eine Beteiligung am Bohrtechnikspezialisten Schoeller Bleckmann Oilfield zählt. Ganz ähnlich beschreibt auch Hannes Androsch seine Situation: „Ich habe kein Geld, ich habe ein Vermögen.“ Neben ein paar alten Aktienpaketen gebe es allerdings genug Barschaft, um sich ohne Kredit ein Auto kaufen zu können. Als Anleger im herkömmlichen Sinne sieht sich der Salinen-chef aber nicht, obwohl allein sein Einstieg beim börsennotierten Internetwettbüro BetandWin rechnerisch einen zweistelligen Millionenbetrag Gewinn brachte.

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