So leben Alphafrauen und ihre Männer

"Männer haben Angst vor starken Frauen", warnen neobiedermeierliche Ratgeber beharrlich und predigen Verständnis und Hingabe als weibliche Tugenden. Dennoch streben immer mehr Frauen in die harte Managementwelt: Schon heute bekleiden 31 Prozent der Hochschulabsolventinnen führende Tätigkeiten – Tendenz steigend.

Wie sieht es aber bei solchen „Alphafrauen“ mit Mann und Kindern aus? „Die Hälfte der Managerinnen ist unverheiratet“, weiß die Wiener Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek. Zum Vergleich: Bei den Karrieremännern sind nur sieben Prozent ledig. Bleibt also die Frage: Wie funktionieren Partnerschaften mit vertauschten Rollen? Und wie organisieren in der Öffentlichkeit stehende Frauen ihr Privatleben so, dass das männliche Ego nicht leidet?

Sexualtherapeutin Gerti Senger, seit Jahren mit Krawattenfabrikant Ivy Ernst liiert und schon von Berufs wegen auf Beziehungsprobleme spezialisiert, erzählt aus dem Privatleben: „Dass ich mediale Aufmerksamkeit auf mich ziehe, heißt nicht, dass ich besser bin als er. Ivy ist ein erfolgreicher und in sich ruhender Mensch, der genau weiß, wer er ist, was er kann. Er hat ein stabiles Selbstwertgefühl und eine stabile, männliche Identität, die das ‚Ich-bin-oben-und-du-bist-unten-Gefälle‘ nicht braucht. Aus meiner Praxis weiß ich jedoch“, fährt Senger fort, „dass andere Männer in solchen Konstellationen narzisstisch gekränkt sind. Oft reicht es da schon für Potenzprobleme, wenn die Frau eine Nuance mehr verdient.“

Stolz aufeinander. „Es ist nicht leicht, Karriere und Partnerschaft zu vereinen“, stöhnt Andrea Jungmann, 38. Die Österreich-Chefin von Sotheby’s ist seit fünfzehn Jahren mit Jugendfreund Georg, einem erfolgreichen, aber medienscheuen Finanzexperten, zusammen. Dass ihre Liaison funktioniert, führt Jungmann auf den Respekt zurück, der sie mit ihrem Partner verbindet. „Zu einer guten Partnerschaft gehört Toleranz für das, was der andere tut. Wenn Georg auch zu berufsbedingten gesellschaftlichen Events selten mitgeht, ist er dennoch stolz auf mich. Da wir uns unter der Woche nur zum Frühstück sehen, versuchen wir die Wochenenden füreinander freizuhalten. Da ist unsere Privatsphäre dann für alle tabu.“

Ähnlich agiert derzeit ein anderes Powerpaar der Wiener Society: Seit Gertrude Tumpel-Gugerell, 50, mit rund 250.000 Euro Jahressalär am 1. Juni ins Direktorium der Frankfurter EZB übersiedelt ist, existiert ihre Ehe mit AK-Präsident Herbert Tumpel wochentags nur als Knistern in der Telefonleitung. Der Daheimgebliebene kann, wie er FORMAT erzählt, nicht zuletzt deshalb gut mit der Situation umgehen, weil ihn sein Beruf mindestens ebenso fordert wie sie der ihre.

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