Sicherheit als Bestseller

Wertpapiere mit Kapitalgarantie versprechen heiße Spekulationen ohne Verlustrisiko. Der Markt für diese Produkte boomt, doch der ruhige Schlaf ist oft teuer erkauft.

Hohe Ertragschancen, totale Absicherung gegen Verluste. Spekulieren an den riskantesten Börsen und dennoch das eingesetzte Kapital garantiert behalten. Angesichts dieser verlockenden Werbebotschaften ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Anleger für Garantieprodukte interessieren. Sowohl ehemalige Aktieninvestoren, die üble Erinnerungen an den 2000er-Crash haben, als auch Sparbuchsparer, die die homöopathische Geldvermehrung angesichts rekordtiefer Zinsen leid sind, greifen begeistert zu kapitalgarantierten Produkten. Die Spekulation mit Netz erlebt einen beispiellosen Boom. „Die Nachfrage ist stark steigend und geht durch alle Kundenschichten“, bestätigt Werner Wiedenbrig, für die Entwicklung von Wertpapierprodukten der Erste Bank zuständig.

Doch die Quadratur des Kreises – hohe Gewinne ohne Verlustrisiko – ist eine Illusion. Die Sicherheit der Kapitalgarantie bezahlt sich der Anleger nämlich selbst. Und zwar in Form entgangener Zinszahlungen.

Im Prinzip sind Garantieprodukte immer nach dem gleichen Schema aufgebaut. Um die Kapitalgarantie zu ermöglichen, wird der Großteil des Anlegergeldes in Nullkuponanleihen, so genannte Zerobonds, investiert. Bei dieser Spezialform von Anleihen gibt es keine regelmäßigen Zinszahlungen, sondern der Ertrag ergibt sich daraus, dass der Kaufpreis des Papiers niedriger ist als der Tilgungskurs. Der Nennwert der Anleihe wird über die Restlaufzeit mit der aktuellen Anleiherendite abgezinst. Dabei gilt: Je höher der Abzinsungszinssatz – also je höher die Rendite –, desto niedriger der Kaufpreis.

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