Shai Agassi, das Wunderkind von SAP

Shai Agassi, der Shootingstar im Vorstand des weltgrößten Anbieters von Firmensoftware, über Technik-Leidenschaft und seine Visionen.

Der charmante Sonnyboy kam sprichwörtlich aus dem Nichts – zumindest für die SAP-Gemeinde im deutschen Walldorf. Ein junger Israeli namens Shai Agassi stürmte ziemlich schnell in die Vorstandsetage des weltgrößten Anbieters von Firmensoftware (7,5 Mrd. Euro Umsatz, 34.000 Mitarbeiter). Er wird „CEO in der Warteschleife“, schließlich hat ihm Firmengründer Hasso Plattner vor seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft die technische Entwicklung und damit auch die Verantwortung für künftige Produktstrategien des Softwarehauses in die Hände gelegt. Im März dieses Jahres übernahm Agassi die komplette Verantwortung für die Produktentwicklung. Der Zeitpunkt war von Plattner wohl gut gewählt, schließlich steht der Konzern an einer entscheidenden Zeitenwende.

FORMAT traf Shai Agassi, 36, anlässlich seines Wien-Besuchs auf der SAP-Hausmesse TechED 2005. Hier war der Technikguru in seinem Element und prophezeite das Ende der IT. Seine neue Mission: Beim SAP-Kunden aus dem CIO einen Chief Process Innovation Officer (CPIO) zu machen, das heißt, das Denken der IT-Chefs weg von der Technik hin zur Strategie zu führen. „Strategic Technology“ nennt Agassi das.

FORMAT: Herr Agassi, Sie haben angeblich schon als Kind lieber Lochkarten gesammelt und im zarten Alter von sieben Jahren programmiert. Bis zu Ihrem 30. Geburtstag haben Sie vier Firmen hochgezogen und eine davon um 400 Millionen Dollar an SAP verkauft? Schmeichelt Ihnen das Bild vom Wunderkind, dem israelischen Mozart?
Agassi: Was mich antreibt, war der Erfindergeist, etwas zu entwickeln. Das war auch die Leidenschaft, die Mozart angetrieben hat. Die Firmen waren dazu nur das Werkzeug. Meine eigenen Firmen waren sozusagen die Sandkiste, und jetzt sitze ich in der größten davon.
FORMAT: Sie haben damit aber schon weit mehr Geld verdient als Mozart …
Agassi: Wenn er heute leben würde, hätte er mit seinen Musikrechten garantiert viel mehr. Und die 400 Millionen von damals gingen in erster Linie an die Investoren. Mit dem Geld ist es so wie mit der Luft. Du brauchst es wirklich, wenn du es nicht hast, aber wenn es da ist, kümmert es einen nicht. Ich hab es nie wegen des Geldes gemacht, mich faszinierte immer das Lösen von großen Problemen.

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