Selbst ernannte Weltregierung verstärkt Schieflage

Randale zu Beginn, Konferenzfoto am Ende: Was können die Meetings der angeblich mächtigsten Staatenlenker der Welt überhaupt erreichen?

Vorweg: Gewalttätige Demonstrationen sind abzulehnen, grundsätzlich, überall. Andererseits darf mit Verweis auf Eskalationen die Legitimität von Protest nicht in Zweifel gezogen werden. „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht“, so Brecht. Gott sei Dank erkennen mehr und mehr Menschen, dass die Politik der G8 dazu geeignet ist, das Problem der Abhängigkeiten der sogenannten „Dritten Welt“ zu verschärfen. Größer wird die Zahl jener, die wahrnehmen, dass in der „alten“ und „neuen Welt“ die Zahl der Marginalisierten steigt, die nicht in der Lage sind, ihren Beitrag zu jenem weltweiten Wettlauf zu leisten, zu dem „Globalisierung“ verkommen ist. Ja, die Menschheit wird durchschnittlich immer reicher, aber immer weniger gehören dazu. (Dass mit dieser Angst Politik gemacht werden kann, wissen wir in Österreich nur allzu gut.)

Die Gruppe der 8 hat bisher bewiesen, dass ihre Problemlösungskompetenz in keinem Verhältnis zu den Ankündigungen steht, mit welchen sie guten Willen glaubhaft machen will. Die Schieflage der Welt bleibt aufrecht und wird verstärkt, für den Rest der Welt bleiben die Rollen geladener oder ungeladener Zaungäste.

Ein Staat ohne Gerechtigkeit wäre nur eine „Räuberbande“, zitiert Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika Augustinus. Dieses Kriterium muss auch für die Weltgemeinschaft gelten. Bestenfalls ist die G8 derzeit eine schlecht getarnte „Plutokratie“, eine Herrschaft der Reichen – bis in der Praxis bewiesen ist, dass sich ihre Politik nicht an nationalen und transnationalen wirtschaftlichen Führungseliten orientiert. Dafür gäbe es allerdings andere, demokratisch legitimierte Institutionen.

Aber zumindest eines könnten die zum Gipfel Versammelten tun: als jeweils Verantwortliche ihrer Nationen moralische Führungsqualität zeigen und den Nöten dieser Welt mit mutigen einseitigen Schritten begegnen, anstatt uns zu erklären, was alles warum und ohne wen nicht geht.

KTM Innovation GmbH Geschäftsführer Walter Sieberer

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