Schwachstelle Strategie

Österreich gibt immer mehr Geld für Forschung aus. Nur verteilt wird es nicht richtig. Auch weil zu viele Leute mitreden.

Alpbach ist ein Ort zur Reflexion und zur Diskussion. Hier können sich Unternehmer, Manager, Politiker und andere Experten abseits des Tagesgeschäfts über die Herausforderungen der Zukunft austauschen. Oft werden dort Ideen entwickelt, die für Österreich zu einer Erfolgsgeschichte werden.

Ein solches Beispiel sind die Cluster. Diese regionalen Netzwerke von Unternehmen einer Branche und ihrer Zulieferer wurden vor 16 Jahren in einem Workshop in Alpbach erstmals intensiv diskutiert. Seither sind einer aktuellen Studie von Universitätsprofessor Werner Clement zufolge 43 solche Cluster mit einem Jahresumsatz von 80 Milliarden Euro entstanden. Sie vereinen über 3.500 Mitglieder und sorgen für 420.000 Arbeitsplätze.

Nicht dass der Erfolg der Cluster ausschließlich auf das Europäische Forum Alpbach zurückzuführen wäre. „In Alpbach werden notwendige Maßnahmen und Probleme in der Forschung durch Dialog sichtbar gemacht“, definiert aber Forums-Präsident Erhard Busek das Konzept. „Vor allem bei den Technologiegesprächen erwarte ich mir zu Forschung & Entwicklung große Anregungen für Problemlösungen der Zukunft.“ Dort wird vor dem Wochenende über die globale Erwärmung, die fünf Sinne, Sicherheit und Zukunft der Wissenschaft geredet.

Österreich hat bei Forschung & Entwicklung (F&E) Aufholbedarf. Studien heimischer Forscher werden in internationalen Fachpublikationen nicht besonders häufig veröffentlicht oder zitiert. Das ist in diesem Bereich aber das wichtigste Qualitätskriterium. Wie eine aktuelle Studie des Wissenschaftsfonds (FWF) ergab, liegt Österreich im Vergleich zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt unter 30 untersuchten Länder an 15. Stelle. Dass das nicht darauf zurückzuführen ist, dass Österreich vergleichsweise klein ist, zeigt das Spitzentrio: Schweden, Schweiz und Dänemark. Zugegeben: Im schweizerischen Genf ist das berühmte Kernforschungsinstitut Cern beheimatet. FWF-Chef Christoph Kratky lässt das als Argument aber nicht gelten. Er betont vielmehr die große Homogenität unter den Disziplinen. „Gute Länder sind überall gut, Österreich liegt überall im Mittelfeld.“

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