Schulsystem einer modernen Demokratie anpassen

Die ÖVP lehnt die Gesamtschule und ein verpflichtendes Vorschuljahr kategorisch ab. Experten, aber auch Teile der ÖVP sind anderer Ansicht.

Finnland als gutes Beispiel erfolgreicher Bildungspolitik hätte ohne die internationale Aufmerksamkeit infolge der OECD-Pisa-Studie mit Sicherheit nicht die immer noch andauernde globale Beachtung bekommen, die nun seit Dezember 2001 währt.

So spektakulär die internationalen Vergleiche in anderen Ländern aufgenommen wurden, in Finnland war man eher zurückhaltend, aber über alle politischen Parteigrenzen hinweg der Überzeugung, dass man in den vergangenen Jahrzehnten seit der großen Schulreform in den 60er-Jahren mit der Einführung einer „gemeinsamen Schule für unterschiedliche Lerner“ im Bereich der Bildungsplanung und Schulentwicklung nicht ganz ohne Erfolg war.

Ein erster Schritt zu erfolgreicher Bildungsplanung besteht in dem Willen, das gesamte Schulsystem den Erfordernissen und dem Selbstverständnis einer demokratischen Gesellschaft anzupassen. Folgende Voraussetzungen haben sich für eine erfolgreiche Bildungsplanung als sehr günstig erwiesen:

• Abschied von parteiideologisch geprägtem Festhalten an überkommenen frühen Selektionsmechanismen, die dem – eher verständlichen – Elternwunsch und den – weniger verständlichen – standespolitischen Interessen von Verbänden mehr entsprechen als den Begabungen von Kindern.

• Bildungsplanung nicht als politischen Auftrag für eine kurze Legislaturperiode missverstehen.

• Hohe Anforderungen an alle Kinder und Schüler der gesamten Jahrgangsgruppe, individuelle Förderung, Beachtung und Wertschätzung und ein im Hinblick auf den lebenslangen Lernweg breites Bildungsangebot, mit anderen Worten: Länger gemeinsam lernen.

• Orientierung mehr am Lernen und den Lernenden und den Ergebnissen der Lernprozesse innerhalb der Schulen, ohne die Hilfe kommerzieller Nachhilfeinstitutionen, die von Eltern neben den zu entrichtenden Steuern zu bezahlen ist.

• Ernst machen mit dem aus Finnland stammenden und inzwischen sehr gern allgemein gebrauchten Zitat: „Es darf kein Kind verloren gehen, und kein Schüler darf zurückgelassen werden.“

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Andreas Salcher

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