Schulpolitik: Auf der langen Bank

Auch nach der Sommerpause bleibt die Reform des Bildungswesens die Kampfarena der Regierung. Wie lange noch, angesichts neuer OECD-Zahlen?

Claudia Schmied lernt schnell. Zumindest, wie sie als Unterrichtsministerin die Öffentlichkeit behutsam an das Thema Gesamtschule oder die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen heranführt. Beispiel aus dieser Woche: Am Montag präsentierte Schmied gemeinsam mit dem renommierten Wirtschaftsforscher Bernhard Felderer, Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie über die „Struktur und Effizienz des österreichischen Bildungswesens und seiner Verwaltung“ (siehe auch www.bmukk.gv.at/schulen).

Die Wirtschaftsforscher kommen dabei, kurz zusammengefasst, zu folgendem Schluss: „Hohen Ausgaben stehen nur mittelmäßige Ergebnisse gegenüber.“ Felderers Vorschlag lautet daher: „Keine Ausgabenerhöhung, ohne dass es genaue Reformvorstellungen für ein effizienteres Bildungssystem gibt.“

Tags darauf stellte die OECD in Berlin ihre Studie „Bildung auf einen Blick“ für alle OECD-Staaten vor, von der erwartet werden konnte, dass sie der österreichischen Bildungspolitik einmal mehr ein schlechtes Zeugnis ausstellen würde. Was auch passierte. Ein Beispiel aus den OECD-Zahlen zeigt etwa, wie stark Arbeitslosigkeit und Bildungsniveau voneinander abhängen. Andererseits geht aus den OECD-Zahlen hervor, dass die öffentlichen Ausgaben für die Schule, gemessen am Wirtschaftswachstum, gesunken sind, während PISA-Sieger Finnland, aber auch der OECD-Durchschnitt ihre Budgets jährlich aufgestockt haben.

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