Schönheit nach Maß: Das Beauty-Business floriert

Das Geschäft mit der ewigen Jugend hat Hochkonjunktur – ob Wundercremen, Lasereingriffe oder Liftings. FORMAT erhob, was gutes Aussehen kostet.

Bin um zwei Kilogramm Fett leichter, fühle mich ganz okay“, schreibt die 36-jährige Designerin via SMS an ihre Freundin direkt vom OP-Tisch. An die große Glocke will die junge Frau die Entfernung ihrer „Reiterhosen“ freilich nicht hängen. Ganz anders Ingrid Riegler, die langjährige „Amdamdes“-Tante des ORF: „Ich habe mir vor fünfzehn Jahren meine Augenlider richten lassen. Ein Peeling der stärkeren Art hat meine Kollagenproduktion erneuert, und mein Näschen bekam nach einem Unfall eine kleine Korrektur verpasst.“

Das Streben nach ewiger Jugend macht selbst vor Europas Machtzentralen nicht Halt. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Chef der Forza Italia, trägt nicht nur Schuhe mit Spezialabsätzen, er ließ sich vom Christkind auch noch die Tränensäcke unter den Augen wegzaubern.

Willkommen im Reich der ewigen Jugend und Schönheit. „Augenlidstraffungen kosten nicht viel, bringen aber große Effekte“, erläutert Dagmar Millesi, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie in Wien. Quasi für einen Spottpreis von 2.400 Euro wird innerhalb von 30 Minuten am unteren Wimpernkranz ein kleiner Schnitt gesetzt und das überschüssige Fett mittels Kanüle entfernt. Kleine Eingriffe wie diese gelten bereits als „Einstiegsdroge“.

Ob mit Skalpell oder ohne, das Geschäft mit der Schönheit floriert: Allein für Körper- und Gesichtspflege werden weltweit 160 Milliarden Euro ausgegeben. Die Österreicher investieren jährlich rund 75 Millionen Euro in ihr Äußeres, knapp 18 Millionen davon in Produkte, die den Alterungsprozess verzögern sollen.

Tante Jolesch und „Schmiss“ sind out. In den Tiegel greifen auch immer mehr Männer. Glaubt man der Prognose von Euromonitor, wird das starke Geschlecht bis 2005 rund 13,5 Milliarden Euro für die Schönheit ausgeben. Der Spruch „Alles, was ein Mann schöner ist als ein Aff, ist Luxus“ der guten alten Tante Jolesch hat ausgedient. Heute treffen sich bei Doktor Beauty nicht nur die Döblinger Beaus, sondern auch der Manager aus zweiter Ebene oder der etwas zu füllige Fleischer von nebenan, um sich das Wohlstandsbäuchlein minimieren zu lassen. Zu den häufigsten Eingriffen, man glaubt es kaum, zählen auch beim Mann Lid- und Bruststraffungen; Burschenschafter lassen sich immer häufiger den unschönen „Schmiss“ mittels Laser wegfräsen. Für eine solche Rundumerneuerung legt der Mann von Welt gut und gerne 8.000 Euro beim Arzt seines Vertrauens ab.

Kein Wunder, dass trotz Konjunkturkrise das Schönheits-Biz keine Erschlaffungserscheinungen zeigt. So sagt das Investmenthaus Goldman Sachs der Branche gar ein Umsatzplus von mehr als sieben Prozent voraus. „Die Zahl jener“, so Michael Palatin, Dermatologe in Wien, „die wie Oscar Wildes Dorian Gray nach ewiger Jugend lechzen, ist auch in Österreich rapide angestiegen.“ Auch hierzulande dürfte sich herumgesprochen haben, dass gutes Aussehen wesentlich zum Erfolg beiträgt. Vorbild sind die USA, das „Silikon Valley“ der Schönheitsfanatiker, wo sich die Zahl der operativen Eingriffe seit 1997 auf 8,5 Millionen vervierfacht hat.

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