Schlankheitskur bei Palmers

270 Mitarbeiter hat Palmers in den vergangenen Monaten abgebaut. Weitere Personaleinsparungen sollen helfen, den Wäscheriesen wieder in die Gewinnzone zu führen.

Margareta Wendl nennt den ihr von Palmers verliehenen Mitarbeiternamen in letzter Zeit nur noch verschämt. Als „Frau Linde“ ist die Betriebsrätin des Wäschemultis bei der Kollegenschaft und bei den Stammkunden bekannt, doch die jahrzehntelang liebevoll gepflegte Tradition der hausinternen „Künstlernamen“ hat in letzter Zeit einen herben Beigeschmack bekommen.

Denn seit der Konzern nach Zwistigkeiten unter den Eigentümerfamilien in die Krise geschlittert ist, weht auch im Personalmanagement ein kälterer Wind. „Leider ist es nun einmal so, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beim Personal gespart werden muss“, hat „Frau Linde“ Verständnis für die einschneidenden Maßnahmen des Palmers-Managements mit den Vorständen Walter Wölfler und Joachim Knehs.

Für die Mitarbeiter ist das bitter. In Österreich beschäftigte die Palmers Textil AG (Palmers, Gazelle, p2) in guten Zeiten 1.900 Leute. Inzwischen sind es weniger als 1.700. Von ihnen haben be-reits dreißig Verkäufer des bisher von Palmers betriebenen und jetzt geschlossenen Nobelkaufhauses Braun & Co am Graben ein bedauerndes Schreiben ihres bisherigen Brötchengebers in der Tasche.

Dazu kommen vierzig in Deutschland abgebaute Stellen, was unter dem Strich einen Personalschwund von bisher 270 Personen bedeutet. „Wir gehen in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat vor“, steht Wölfler zum harten Sanierungskurs. Oberstes Ziel sei es jetzt, dass die Palmers Textil AG positiv bilanziere. Nachsatz Wölflers: „Ich kann nicht ausschließen, dass da und dort weiter abgebaut wird.“

Dramatischer Kahlschlag. Der Grund, weshalb der dramatische Kahlschlag unter Palmers-Mitarbeitern bisher unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden konnte: Er erfolgte scheibchenweise. Monatlich wurden nie mehr als
29 Jobs abgebaut. Damit ersparte sich Palmers die Meldung beim Arbeitsmarktservice (AMS). Die wäre erst ab einer monatlich betroffenen Mitarbeiterzahl von dreißig notwendig.

Keine Palmers-Abteilung ist vom Stellenabbau verschont geblieben – vom Verkauf über den Fuhrpark bis zum Zentrallager in Wiener Neudorf. So ist das neue Retail-Konzept von Palmers mit offeneren und trendigeren Geschäften stärker auf Selbstbedienung ausgerichtet und kommt mit weniger Belegschaft aus. „In den Shops stellen wir teilweise auf Teilzeit um, was vielen Mitarbeitern durchaus entgegenkommt“, so Wölfler. Zehn Geschäfte, vor allem noble Wolford-Läden an zweitklassigen Standorten wie Meidling, sind bisher zugesperrt worden.

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