"Schelling rechnet falsch“

"Schelling rechnet falsch“

Alain Favey, Sprecher von Europas größtem Autodistributor, der österreichischen Porsche Holding.

Alain Favey, Sprecher von Europas größtem Autodistributor, der österreichischen Porsche Holding, geht mit der Steuerreform und dem Finanzminister hart ins Gericht.

Format: Ist die Automobilbranche wirklich so unzufrieden mit der Steuerreform?
Alain Favey: Wir sind zurzeit mit der Entwicklung des Automobilmarktes in Österreich nicht zufrieden. Überall in Europa wächst der Automarkt, nur in Österreich geht der Neuwagenmarkt seit 2011 jedes Jahr zurück. Den Grund dafür sehe ich klar in der Tatsache, dass in den letzten Jahren bereits zehn Mal die autobezogenen Steuern erhöht wurden. Dabei zeigt die Vergangenheit klar: Eine stärkere Besteuerung der Autofahrer führt insgesamt zu einem Rückgang des Marktes und damit auch zu geringeren Steuereinnahmen.

Format: Nun will das Finanzministerium einen Teil der Steuerrefom aber genau über Erhöhungen bei der Besteuerung von Dienstwagen erreichen. Wird hier falsch gerechnet?
Favey: Die Berater des Finanzministers, die erklären, dass man durch diese Art der Besteuerung Mehreinnahmen erzielen wird, liegen einfach falsch. Das wurde schon bei der Einführung der neuen NoVA deutlich. Statt 40 Millionen Steuermehreinnahmen, die das Finanzministerium von der NoVA-Reform erwartet hatte, steht nun ein Minus von 80 Millionen Euro. Wir sind überzeugt, dass es nicht zielführend sein kann, in einer Zeit, in der die österreichische Wirtschaft dringend eine Belebung bräuchte, einen derart großen Wirtschaftssektor wie die Autobranche stärker zu belasten.

Zur Person.
Alain Favey leitet seit Anfang 2012 die Porsche Holding. Österreich ist der gebürtige Franzose auch privat verbunden: Der vierfache Familienvater ist mit einer Steirerin verheiratet. Zuvor war der Betriebswirt für den Europavertrieb von VW in Wolfsburg verantwortlich. Seinen Karrierestart hatte der heute 49-Jährige in der Direktion des französischen Autoherstellers Citroën.

Lesen Sie das ganze Interview in FORMAT Nr. 22/2015
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