Rutsch in den Aufschwung

2004 auf Wachstumskurs: Alle Prognosen versprechen die Konjunkturbelebung für das neue Jahr. Spannend bleibt aber die Frage, wie rasch der Aufschwung kommt – und ob er hält.

Hannes Androsch genießt das Glück der Stunde. Obwohl das wirtschaftliche Umfeld auf dem Markt zurzeit noch schwächelt, sollte der 65-jährige Großaktionär des steirischen Leiterplattenproduzenten AT&S zu den Aufsteigern des neuen Jahres zählen.

Denn das Androsch-Unternehmen erfüllt die meisten Anforderungen, um bei den großen Gewinnern des erhofften Aufschwungs 2004 dabei zu sein: Es investiert. Es produziert. Und es exportiert – neuerdings sogar in den boomenden asiatischen Markt, nach Shanghai.

Die Weltwirtschaft zieht an. Und es sind Unternehmer wie Androsch, die den Analysten erstmals seit Jahren ein zartes Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn sie ihre Vorschauen für das Wirtschaftswachstum 2004 veröffentlichen. In Österreich selbst fehlen zwar noch harte Zahlen, die einen echten Aufschwung belegen – aber die boomende Wirtschaft in den USA (plus 3,1 Prozent heuer) und in Asien (plus 5,8 Prozent) bestätigt die aufgehellte Stimmung und weckt die Hoffnung, dass da auch für den Euroraum etwas abfallen muss.

Was Unternehmen wie AT&S, das derzeit massiv in China investiert, bestätigen. „Es ist schön für einen Prognostiker, nach langer Zeit die Zahlen einmal nicht nach unten revidieren zu müssen“, strahlt Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, und verkündet für 2004 ein Wachstum von 1,6 Prozent.

„Von Aufschwung kann man zwar noch nicht sprechen – aber die Erholung hat eingesetzt, das ist sicher“, sagt selbst Markus Marterbauer vom traditionell vorsichtigen Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und rechnet mit 1,7 Prozent Plus. Auch die internationalen Prognosen – von EU-Kommission über OECD bis zu Europäischer Zentralbank – sind sich einig: Die Talfahrt ist zu Ende.

Doch wurde das nicht schon vor einem Jahr versprochen? Kann man den optimistischen Prognosen jetzt trauen? Siegfried Wolf, Vizechef von Magna International, meint: Ja. „Ich glaube, dass sich in unserer Branche, der Automobilindustrie, im kommenden Jahr ein Aufwärtstrend bemerkbar machen wird. Und auch für die heimische Wirtschaft erwarte ich mir einen leichten Aufschwung.“ Manfred Remmel, der neue Chef von MagnaSteyr: „Ich bin trotz des eisigen Windes, welcher der Autoindustrie entgegenweht, optimistisch.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT
PLUS: Die Prognosen zum Wirtschaftswachstum
PLUS: Die Risken für den Aufschwung
PLUS: Trend zeigt eindeutig nach oben

Geld

Mieten wieder deutlich gestiegen

Geld

Apple verliert auf die Schnelle 50 Milliarden

Nach der Wahl: Angela Merkel wird deutsche Bundeskanzlerin bleiben, der Einzug der AfD in den Bundestag bereitet allgemein Sorgen.

Politik

Deutschland: AfD-Wahlerfolg ein Schock für die Wirtschaft