Russland – die billigste Börse der Welt

Wie gewonnen, so zerronnen. So lautet heuer das Motto für russische Aktien. In den ersten Monaten sorgte der hohe Ölpreis für einen guten Start, doch seit April ging es mit einem Minus von 30 Prozent umso steiler bergab. Ursache war eine ganze Kette von schlechten Nachrichten: Erst kamen anlässlich eines politischen Geplänkels rund um den Stahl- und Kohleproduzenten Mechel Sorgen auf, dass der russische Staat wieder wie bei Yukos die Rechte der Aktionäre massiv missachten könnte. Dann begannen die Rohstoffpreise kräftig zu fallen. Und schließlich erzeugte die Krise in Geor­gien neue Ängste vor einer Rückkehr des Kalten Krieges. Die Folge war, dass sowohl russische als auch internationale Investoren fast panikartig Aktien verkauften.
Die harten Fakten sprechen aber mehr denn je für den Kauf russischer Aktien. Der Fall Mechel erwies sich im Nachhinein als Schreckschuss. Die Devisenreserven Russlands erreichen bereits die Höhe von 500 Milliarden Dollar – Tendenz stark steigend. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7 auf Basis der geschätzten Gewinne im heurigen Jahr ist die Moskauer Börse außerdem weltweit der billigste Aktienmarkt. Und von einem Rückgang der Gewinne wie an anderen Börsen kann keine Rede sein – im Gegenteil: Laut aktuellen Prognosen werden heuer die Profite um 20 Prozent zulegen.

Öltitel sind noch günstiger bewertet. So weist Lukoil derzeit ein fast lächer­liches KGV von 4,5 auf. Zum Vergleich: ExxonMobil ist mit einem KGV von 8,5 auch günstig, aber immerhin doppelt so teuer. Basis dieser Gewinnschätzungen ist ein durchschnittlicher Ölpreis von 110 Dollar pro Fass. Das heißt: Notiert Rohöl weiter auf dem jetzigen Niveau, werden die Gewinne wie geplant sprudeln. Natürlich, das zeigt auch der jüngste Kursrutsch, muss man in Russland immer mit einem erhöhten politischen ­Risiko leben. Und die Inflation von 15 Prozent bleibt ein echtes Problem. Trotzdem kann eine Verkaufspanik – wie man heuer schon am Beispiel Türkei erleben konnte – jederzeit wieder in eine Haussestimmung umschlagen. Gute Produkte für ein Russland-Investment sind der Pioneer Russia Stock (AT0000668264) und der JPMorgan Russia (LU0215049551). Beide lieferten sich in den vergangenen 36 Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit leichten Vorteilen für das Produkt der Bank Austria (siehe Grafik). Pioneer-Fondsmanager Peter Bodis hat übrigens derzeit Energiewerte mit einem Anteil von 45 Prozent übergewichtet und ist dafür bei Finanztiteln etwas vorsichtiger.

Wer jetzt kauft, sollte gute Nerven haben und auch eine möglicherweise noch weiter anhaltende Korrekturphase an der Moskauer Börse verkraften können. Vorsichtige können jetzt beide Produkte über Fondssparpläne ordern. Durch den Einstieg auf Raten wird das Risiko des falschen Einstiegszeitpunkts minimiert.

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