Rückkehr der Science-Größen

Mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Freiheit: 1.500 österreichische Wissenschaftler leben und forschen in Nordamerika. Nun will Österreich die Science-Stars zurück in die Heimat holen.

Josef Penninger, Immunologe, ist das Paradebeispiel: Er ist ein Star. Er war zwölf Jahre lang in Nordamerika. Und jetzt ist er wieder in Österreich – gelockt durch das Angebot, ein eigenes Institut aufzubauen. 1.500 österreichische Wissenschaftler leben und forschen in Nordamerika – und nicht jedem davon wird Hubert Gorbach ein eigenes Institut hinstellen können. Trotzdem startet der Technologieminister nun eine Rückholaktion: Unter dem Schlagwort „Brainpower“ soll der Brain Drain gestoppt werden. Österreichs Exil-Forschern – aber auch anderen Top-Wissenschaftlern – sollen so attraktive Bedingungen vermittelt werden, dass sie ihre Tätigkeit hierher verlagern und so Österreichs bisher eher durchschnittliche Stellung im internationalen Forschungswettbewerb verbessern.

In der österreichischen Scientific Community in Nordamerika löst dieses Ansinnen Freude aus – und Skepsis. Denn viele wollen zwar zurück. Den Schritt gewagt haben in den letzten Jahren aber nur 70 davon. Während die USA und Kanada als Paradies der Forschung gelten, stehen die Chancen auf einen gleichwertigen Job in der Heimat nicht sehr gut. Die größten Nachteile Österreichs:

  • Beamtentum statt Forschergeist. „In den USA herrscht die Einstellung: Wir gehen mit kurzen Hosen auf den Montblanc. Bei uns herrscht viel mehr Sicherheitsdenken, und das führt zu Beamtentum“, meint der Theoretische Physiker Peter Zoller, der nach acht Jahren USA wieder nach Innsbruck zurückgekehrt ist. Aus privaten Gründen.
  • Zu wenig Geld. „Gestern habe ich mit einem Freund in Amerika telefoniert – während ich um 50.000 Euro für einen neuen Aufzug streiten muss, bekommt er jetzt 300 Millionen Dollar für seine Brustkrebsforschung“, erzählt Josef Penninger nostalgisch. „Vergleichen Sie das mit den Mitteln des FWF.“ Gemeint ist der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Dessen Jahresbudget betrug zuletzt 100 Millionen Euro. Zu wenig, meint Sprecher Stefan Bernhardt: „Wir mussten letztes Jahr 25 Prozent der Anträge ablehnen. Das bedeutet, dass gute Ideen eben im Ausland verwirklicht werden.“ Weiterer Unterschied: In den USA werden gute Forscher hofiert, weil sie Forschungsgelder mitbringen, von denen die Universitäten profitieren. „In Österreich fällt man hingegen eher unangenehm auf, wenn man aktiv ist“, sagt Peter Zoller.
  • Geringer Stellenwert in der Gesellschaft. Millionen-Spenden für die Forschung sind in den USA üblich: So bekam der österreichische Wissenschaftler Martin Nowak kürzlich 30 Millionen Dollar, um an der Harvard University ein neues Institut für mathematische Biologie aufzubauen. „Schauen Sie Bill Gates an: Der spendet Millionen an die Forschung. Wäre er ein guter Österreicher, würde er einen neuen Konzertsaal finanzieren“, meint Josef Penninger.

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