Risiko Internet-Shopping

Der 19. Juli 2005 war der bisher schwärzeste Tag für Österreichs Onlinehandel. Ein Internetbetrüger knackte das Passwort eines 19-jährigen eBay-Kunden aus Niederösterreich. Ausgestattet mit diesen Zutrittsdaten, kaufte der Täter im digitalen Auktionshaus eBay gleich mehrere Kraftfahrzeuge, darunter einen Porsche im Wert von 216.000 Euro. Einen Tag später wurde ein weiterer Passwortklau bei eBay bekannt. Dabei wurde um insgesamt 350.000 Euro auf fremde Rechnung eingekauft.

Spätestens seit diesen Vorkommnissen sind viele Internetbenutzer irritiert. Es macht sich Verunsicherung breit – egal ob es das Shoppen im Internet, Onlinebanking oder das Mitsteigern bei Cyber-Auktionen betrifft. „Solche Dinge passieren immer häufiger. Missbrauchsfälle im Internet steigen deutlich“, erklärt Martin Reinisch, Rechtsanwalt der Kanzlei Dorda Brugger Jordis. Der Hauptgrund liegt darin, dass immer mehr Österreicher eine Einkaufstour im schier unendlichen Cybershop unternehmen. 17 Prozent aller Österreicher kaufen oder erledigen ihre Bankgeschäfte bereits regelmäßig per Internet. Das spornt kriminelle Energie an. Schließlich kann man im Cyberspace anonym agieren, und mit einigem technischem Know-how lässt sich – fast – jedes System knacken. Im Vorjahr wurden 66.000 Fälle von Datenmissbrauch bekannt. FORMAT zeigt, wie Sie sich am besten vor Angriffen im Netz schützen können.

Trickreiche Betrüger. Wirklich Aufsehen erregende Fälle sind aber die Ausnahme. Doch auch kleinere Geschehnisse haben es in sich. Jüngst beschäftigte die Experten der Wiener Arbeiterkammer folgender Fall: Ein privater Anbieter offerierte per eBay seinen gebrauchten Apple iPod für 170 Euro. Ein Abnehmer fand sich schnell. Als dieser das Geld überwies, lieferte der Verkäufer vereinbarungsgemäß den MP3-Player. Alles lief perfekt. Als der Verkäufer zwei Wochen später auf seinem Konto routinemäßig nach dem Rechten sah, staunte er nicht schlecht. Denn die 170 Euro, die er für den iPod erhielt, waren längst wieder vom Konto abgebucht. Der Grund: Der Käufer gab eine fremde Kontonummer an und tätigte von dort eine Scheinüberweisung. Als dem rechtmäßigen Kontoinhaber die Unregelmäßigkeit auffiel, wurde die Fehlbuchung von der Bank wieder rückgebucht.

Mit viel Chuzpe setzte ein Verkäufer auf sprachliche Feinheiten: Ein Grazer kaufte von einem privaten Anbieter im Vorjahr über das heimische Internet-Auktionshaus OneTwoSold einen LCD-Bildschirm für seinen Computer um 200 Euro. Angeboten wurde der Monitor, der sonst 900 Euro kostet, mit dem Text: „LCD-Bildschirm-Originalverpackung“. Der Käufer erhielt eine Woche nach Bezahlung eine verdächtig leichte Lieferung. Das Problem: Die Lieferung bestand aus einem Karton ohne Inhalt. Der Verkäufer meinte: „Ich habe nur geschrieben, dass die Originalverpackung zu verkaufen ist, vom Rest war keine Rede.“ Den Schaden übernahm letztlich das Auktionshaus.

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