RFID inside: Der Superchip

Der Logistikbranche steht eine Revolution bevor, die alle Lebensbereiche erfassen wird. Der Hype um winzige RFID-Chips beschäftigt Kostenrechner und Datenschützer gleichermaßen. Ein reiskorngroßer Computerchip in Kombination mit einer Antenne (Transponder) wird auf Gegenstände geklebt oder eingearbeitet. Auf einen elektrischen Impuls hin, der von einem Lesegerät (Empfänger) kommt, übermittelt der Chip seine Information über eine kurze Funkdistanz. Alle gespeicherten Produktinformationen werden automatisch übertragen.

Fahrende Drahtkörbe auf drei Rollen beweisen mitunter durchaus Intelligenz. Auf dem Frankfurter Flughafen melden die mit einem Chip versehenen Gepäck-Trolleys auf digitales Kommando ihren Standort. Die Signale werden von einer Sendestation, ähnlich einem Handymast, empfangen und automatisch in ein Computersystem eingespeist, das dem suchenden Bodenpersonal exakt anzeigt, wo sich die Wagen gerade befinden. Bei einem Testversuch wurden die Suchzeiten um 80 Prozent (!) reduziert. Diese künstliche Intelligenz verdanken die Flughafen-Trolleys einem so genannten RFID-Etikett. Das Kürzel steht für „Radio Frequency Identification“, eine Technologie, bei der Informationen über Radiowellen übertragen werden.

Das Prinzip dieser kontaktlosen Datenübertragung ist weder neu noch revolutionär und hat wie viele Entwicklungen seinen Ursprung in der Rüstungsindustrie. Eingesetzt wurde die Technik erstmals im Zweiten Weltkrieg. Über Radiobänder wurden Flugzeuge angefunkt – kam keine Kennung zurück, waren es feindliche Maschinen.

Die Anwendungen, die in Zukunft mit der RFID-Technologie möglich sein werden, könnten einem Science-Fiction-Roman entstammen. Und viele davon sind theoretisch realisierbar, aber einfach noch nicht rentabel.

So können intelligente Chips, beispielsweise in Plakatwänden eingebaut, dem interessierten Passanten Informationen über den beworbenen Kinofilm aufs Handy übertragen. Auch der Einkauf im Supermarkt wird sich grundlegend verändern. „Intelligente Regale“ bestellen selbständig Nachschub aus dem Lager, leert sich das Lager, erhält der Hersteller automatisch einen Lieferauftrag. Mit einem Lesegerät ausgestattet, kann der Kunde sich Informationen über jedes Produkt schicken lassen – im Vorbeigehen. Auch das einscannen der Waren an der Kassa wird dann der Vergangenheit angehören.

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