Rewe telefoniert

Wieso die Macher von "aber hallo" an den Erfolg glauben – und die Konkurrenz im Handel nicht erfreut ist.

Bislang sind international alle Versuche gescheitert, Mobilfunk-Verträge und Handys in großem Stil in Supermärkten zu verkaufen. Fritz Radinger, früher Chef von T-Mobile Austria, ist trotzdem von seinem Geschäftsmodell überzeugt: mit der Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Bipa) den etablierten Handy-Händlern wie Hartlauer und Niedermeyer ordentlich Kundschaft abjagen zu können.
„Wir sind das erste Beispiel in Europa“, tönt Radinger. Nach dem Vorbild der hauseigenen Biomarke „Ja!Natürlich“ hat Rewe die Marke „aber hallo“ für das Telekomgeschäft etabliert. Seit 16. Jänner finden sich in allen 108 Merkur-Märkten „aber hallo“-Shops mit eigenem Verkaufspersonal, die Verträge mit allen heimischen Mobilfunkern plus Handys feilbieten. 200 Shops in größeren Billa-Filialen folgen Ende April. An den übrigen gut 800 Billa-Standorten und in 540 Bipa-Läden können Kunden künftig die Angebote via Folder und Callcenter bestellen. Radinger: „Wer das bis 16 Uhr tut, kann sein Handy am nächsten Tag beim Einkaufen mitnehmen und gleich an der Kasse mitzahlen.“
In den eigenen Shops stellt sich der Neo-Unternehmer das so vor: „Der Kunde kommt, lässt sich beraten, wählt ein Angebot aus, gibt Namen und Bankverbindung bekannt. Dann kauft er gemütlich ein – und nimmt am Ende gleich das neue Telefon samt SIM-Karte mit.“

Die Zahl der SIM-Karten übersteigt in Österreich schon jene der Einwohner. Kann das also für den Handel noch ein Geschäft sein? Ja, behauptet Radinger. Jedes Jahr wechseln rund 1,2 Millionen Österreicher ihren Betreiber, vor allem, um günstig an ein Handy zu kommen. 25 Prozent dieses Marktes wollen die Radinger-Firma Top-Link, wo auch Ex-Niedermeyer-Chef Robert Happel an Bord ist, mit dem Partner Rewe erobern. Der Businessplan sieht jährlich rund 300.000 Verträge mit Handy-Wechslern vor. Dafür gibt es von den Betreibern wie A1, T-Mobile oder One jeweils zwischen 80 und 120 Euro Provision. Für die erwarteten 100.000 Vertragsverlängerungen bei Merkur, Billa und Bipa winken je 30 bis 40 Euro. Macht in Summe rund 50 Millionen Euro Provisionsumsatz pro Jahr, den sich Top-Link und Rewe teilen (der Umsatz aus dem Geräteverkauf ist ein Durchlaufposten).

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