Rekordstrafe: Microsoft soll 497,2 Millionen Euro zahlen

Die EU-Kommission verurteilte Microsoft zur höchsten je verhängten Geldstrafe für Wettbewerbsverletzung. Bill Gates legt jetzt beim Europäischen Gerichtshof Einspruch ein.

Vergangenen Mittwoch verhängte die EU-Kommission über den US-Softwareriesen Microsoft die höchste je ausgesprochene Geldstrafe wegen Wettbewerbsverletzung: 497,2 Millionen Euro soll Microsoft für den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung beim Betriebssystem Windows zahlen. Doch ob das Unternehmen von Bill Gates tatsächlich so tief in die Kassa greifen muss, steht damit noch keineswegs fest. Noch vor der offiziellen Bekanntgabe kündigten Vertreter des Softwarekonzerns bereits an, den Spruch der Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof zu bekämpfen.

Neben der saftigen Geldstrafe brummt EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti Microsoft Auflagen bei der Vermarktung von Windows – mit mehr als 95 Prozent Marktanteil das weltweit dominante PC-Betriebssystem – auf: Schnittstelleninformationen müssen binnen 120 Tagen offen gelegt werden, damit die Server-Software von Mitbewerbern wie Sun und Oracle mit Windows problemlos zusammenarbeiten kann. Darüber hinaus muss Microsoft innerhalb von 90 Tagen auch eine Windows-Version anbieten, in die der Media Player, ein Programm zum Abspielen von Videos und Musik auf dem PC, nicht von vornherein integriert ist. Hintergrund dieser Entscheidung: Die Kommission will damit verhindern, dass Microsoft seine marktbeherrschende Stellung mit Windows weiterhin dazu ausnutzt, Konkurrenten des konzerneigenen Media Players wie den Real Player des Softwareherstellers Real Networks an die Wand zu drücken. David Smith, Analyst des amerikanischen IT-Marktforschers Gartner, zweifelt am Erfolg: „Kaum ein Käufer wird sich für ein Produkt mit weniger Funktionen entscheiden.“

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