Reif für die Insel

Inseln zu kaufen oder zu mieten liegt im Trend. FORMAT verrät Ihnen, welche insularen Paradiese zwischen Mittelmeer und Pazifik noch zu haben sind.

Individualisten sind seine Kunden, die allerdings eines gemeinsam haben: „Sie suchen das Glück.“ Farhad Vladi handelt mit Lebensträumen. Seit dreißig Jahren verkauft der gebürtige Hamburger mit iranischen Wurzeln Inseln an reiche Manager, alltagsgestresste Aussteiger und rückzugsuchende Prominente. Michael Douglas, Ted Turner, Brooke Shields, Diana Ross und Nicolas Cage sind nur einige illustre Namen in seiner Kundenkartei. Top-Mime Cage erwarb vor wenigen Monaten ein Sieben-Millionen-Dollar-Refugium auf den Bahamas, das nur per Boot zu erreichen ist.

Auch heimische Wirtschaftsbosse haben den Wert einer eigenen Insel als Oase der Ruhe erkannt. Erst kürzlich kaufte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz die Südseeinsel Laucala auf den Fidschis um 10 Millionen Euro. Der Austromilliardär plant die Errichtung eines Luxusresorts auf dem Eiland, wofür er bis zu 100 Millionen Dollar hinblättern will. Edelkristall-Senior Gernot Langes-Swarovski wiederum nennt die Insel Santa Cristina bei Venedig sein Eigen. Seit 1985 nutzt er das biologische Kleinod im Wert von 26,9 Millionen Euro als Rückzugsort und für landwirtschaftliche Zwecke: Er baut dort Wein an.

Insel für Normalverdiener. Den Traum von der eigenen Insel erfüllen sich aber auch Normalverdiener. „Meine Kunden sind zumeist Freiberufler, Zahnärzte, Rechtsanwälte oder Steuerberater“, erzählt Vladi. Der 59-jährige Volkswirt ist Deutschlands einziger Inselmakler und auch weltweit in dieser Größenordnung Monopolist. Rund 12.000 Inseln aus vierzig Ländern hat Vladi bis
heute akribisch in meterhohen Schubladenschränken katalogisiert, 120 davon sind derzeit auf dem Markt. Doch Makler mag er sich nicht nennen lassen, auch die Bezeichnung „Inselverkäufer“ gefällt Vladi nicht. Stattdessen beansprucht der Geschäftsmann den Ausdruck „Kunsthändler“ für sich. Seine Inseln sieht er als Kunstwerke: „Die Zahl der van Goghs ist beschränkt, ebenso die Zahl der Inseln. So wie bei Gemälden hegen die Käufer eine Leidenschaft für das Objekt der Begierde. Einige kaufen sie als Wertanlage, andere als Rückzugsparadies.“ Eine exakte Zielgruppe kann er nicht definieren: „Einer meiner Kunden kellnerte in Stuttgart und sparte jahrelang für seine Trauminsel. Ich kann nur sagen, dass alle Käufer große Individualisten sind, die bereit sein müssen zu improvisieren. Denn auf einer Insel kann man nicht einfach einen Installateur rufen. Auf einer Insel ist man auf sich allein gestellt.“

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