Reformieren heißt: endlich auf die Zukunft hören

Die Pensionisten wollen von der Regierung mehr als 1,7 Prozent Pensionserhöhung. Geld, das jungen Menschen künftig fehlt?

Das gute, alte Pensionssystem ist alt, aber nicht mehr gut.
Es ist auf eine Realität aufgebaut, die es heute nicht mehr gibt. Früher war vieles klarer: auf der einen Seite Ölstreifen im Gewand der Arbeitnehmer, auf der anderen Seiten Nadelstreifen bei den Arbeitgebern. Die Erwerbsbiografie: kurze Ausbildung, Berufseintritt, Weiterarbeiten im erlernten Job bis zur Pension, in einer Firma.

Heute ist alles anders: längere Ausbildung, Berufseintritt, Umschulung, Karenzen für Familie und Weiterbildung, mehrere Jobwechsel zwischen Unternehmen und Branchen, Phasen der Selbständigkeit oder Unternehmensgründungen. Die Biografien sind bunter, aber auch schwerer planbar, wenige werden einen Job haben, der jahrzehntelang gleiche Beiträge bringt. Trotzdem: Wir bleiben beim alten System, es wird nur herumgebastelt. Meistens werden Beiträge erhöht.

Der Vertrag wird zum Brieflos. Der Generationenvertrag lebt von Gerechtigkeit. Die gefühlte Ungerechtigkeit für die Jungen nimmt aber stetig zu und wird sich durch die Demografie noch verschärfen. Was wir fühlen, könnte man den Brieflos-Effekt nennen: Wir werfen Geld ein, und trotzdem ist ein „Leider nicht“ zu erwarten. Deshalb muss es attraktiver sein, weiterzuarbeiten, als frühestmöglich den Fluchtweg Pension zu nehmen.

Erhöhungen des Pensionsantrittsalters brauchen Begleitmaßnahmen, Lohnnebenkosten für ältere Arbeitnehmer müssen gesenkt werden. In der Wissensgesellschaft ist die Pension nicht mehr das Ziel nach langem Arbeitsleid, es gibt genug Menschen, die gerne arbeiten. Weg mit der Starrheit des Systems, es braucht mehr Durchlässigkeit zwischen Arbeit und Pension. Warum sollte es keine „Teilzeitpensionisten“ geben?

Wie wird das alte System in Zukunft wieder gut? Der erste entscheidende Schritt ist, uns Jungen endlich zuzuhören. Ohne uns ist Zukunft nicht zu machen. Die Politik ist gefordert. Wir Jungen sind bereit.

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