Rechnungshof: Die Affäre Moser

Josef Moser, designierter Präsident des Rechnungshofes, kassiert als ÖBB-Manager eine Traumgage von 211.000 Euro – und sichert sich als pragmatisierter Parlamentsbeamter gleichzeitig eine Beamtenpension.

Als Josef Moser am Mittwoch um 13.15 Uhr im Parlament vor die 32 Mitglieder des Hauptausschusses trat, um sich als angehender neuer Präsident des unabhängigen Rechnungshofes zu profilieren, fühlte er sich ganz wie daheim.
Was während des geschlagene 80 Minuten dauernden Auftritts des gebürtigen Kärntners keiner der Abgeordneten so wirklich kapierte: Moser, ab 1992 zehn Jahre hindurch Leiter des FPÖ-Parlamentsklubs, steht bis heute als Beamter auf der Gehaltsliste des Hohen Hauses. Berufstitel: Parlamentsrat. Monatssalär: 7.858,90 Euro.

In krassem Gegensatz zu dieser Beamtenlaufbahn steht der Karrieresprung, zu dem der 48-jährige Exstratege der FPÖ am ersten Jänner 2003 ansetzen durfte. Von Gesinnungsfreunden nur „JoMo“ genannt, steht Moser seither gleichzeitig auch im
Sold der ÖBB-Tochter Hochleistungsstrecken AG (HL-AG), wo er als Vorstandsdirektor 211.000 Euro pro Jahr verdient – plus einer Prämie von maximal weiteren 50.000 Euro, plus Dienstwagen sowie Pensionskassa.

Rosinen aus zwei Systemen gepickt. Die pikante Fusion von Privilegien aus der Beamtenwelt und dem Top-Management für den einzigen Regierungskandidaten als neuen Chef des Rechnungshofes findet sich im Vorstandsvertrag der HL-AG mit Moser, der FORMAT exklusiv vorliegt.

Das Papier dokumentiert, dass ÖBB-Manager Josef Moser bei seinen Einkommensverhältnissen eine Geschicklichkeit an den Tag legt, die nur schwer mit dem Amtsverständnis des ranghöchsten Kontrollors der Republik in Einklang zu bringen ist.

Profi bei eigenen Finanzen. Eine üppige Managergage, dazu später eine sichere Beamtenpension, das Ganze abgesichert durch ein legistisches Schlupfloch, über dessen Zustandekommen Moser durch seine frühere Funktion als Klubdirektor der FPÖ im Parlament zumindest informiert gewesen sein muss: Für seinen Mentor Jörg Haider wäre die Affäre Moser in besseren Zeiten wohl ein gefundenes Fressen gewesen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT
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