Rapides Geld

Fünf Millionen Euro kassiert der Traditions-Fußballklub Rapid Wien vom Eurofighter-Hersteller EADS. Ganz normales Sponsoring – oder doch der Versuch, die Rapid-Fans in der SPÖ milde zu stimmen?

In der Vorwoche war er bereits zu hören, zunächst im Gästesektor des Wiener Weststadions, dann am Sonntag auch in Graz: „FC Eurofighter“, der neue Schmähgesang auf Rapid Wien. Sportlich wird die Häme zwar ab Sonntag voraussichtlich jeglicher Grundlage entbehren, wenn sich Rapid nämlich, wie eher zu erwarten, nicht für einen internationalen Bewerb qualifiziert und in der Saison 2007/08 nicht im Europacup spielen wird. Inhaltlich stimmt es aber: Der traditionsreiche SK Rapid Wien steht auf der Payroll des Eurofighter-Herstellers EADS.

Eine Million Euro kassiert Rapid seit 2003 vom Rüstungskonzern EADS jährlich, nur ein Rapid-Sponsor – Wien Energie – bezahlt den Grün-Weißen mehr. Die Gegenleistung für EADS ist aber vergleichsweise lächerlich: Der Eurofighter-Hersteller ist Mitglied im Marketingklub und kann auf das Rapid-Netzwerk, was auch immer das ist, zugreifen. Es gibt, falls die Münchener Manager mal ein hochklassiges Match der österreichischen Topliga sehen wollen, ein paar Karten für Spiele. Mehr, so sagte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger vor dem Eurofighter-U-Ausschuss, wollte EADS auch nicht. Keine Bandenwerbung, keine Trikotwerbung, noch nicht mal ein Logo im Rapid-VIP-Klub.

Selten wurde Marketing leiser betrieben, vor allem in einem Land, wo Firmen schon mit deutlich weniger finanziellem Einsatz die Trikots von Fußballklubs schmücken.

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