Profitieren von der Zinswende

Nach Jahren fallender Zinsen beginnen die Leitsätze der Notenbanken wieder zu steigen. FORMAT zeigt, was das für Anleger und Kreditnehmer bedeutet.

Vergangenen Dienstag legte Alan Greenspan noch einmal nach. Der Chef der US-Notenbank hob die Dollar-Leitzinsen zum zweiten Mal binnen sechs Wochen an. Damit bekräftigte der mächtigste Mann der Finanzwelt den neuen Kurs der Zinsmärkte: Nach vier Jahren fallender Leitsätze ist das Zinstal erreicht. Nun geht es wieder nach oben. Und auch die Euro-Zinsen werden schon demnächst wieder steigen. Experten sind sich noch uneins, ob die Trendwende bereits jetzt im Herbst ansteht oder erst im Jänner erfolgt. Aber dass der nächste Schritt der EZB nach oben geht und nicht nach unten, ist klar.
Die Zinswende bedeutet Handlungsbedarf – für Kreditnehmer und für Sparer. FORMAT hat daher die wichtigsten Tipps zusammengetragen, wie Sie am besten auf die veränderten Verhältnisse reagieren können. Auf den ersten Blick scheint die Lage für Anleger klar zu sein. Höhere Zinsen bedeuten höhere Erträge. Doch das stimmt nur bedingt. Von den steigenden Renditen können nur diejenigen profitieren, die rechtzeitig auf die richtigen Anlageprodukte umsteigen.

Sparbücher verhandeln
Bei Sparkarten oder täglich fälligen Sparbüchern werden die Zinsen, dem jeweiligen Trend folgend, automatisch erhöht oder gesenkt. Freilich lassen sich manche Geldinstitute damit viel Zeit, sodass es sich lohnt, mit Nachdruck auf einer Anpassung zu bestehen. Das gilt besonders dann, wenn es sich um größere Beträge handelt – etwa ab 20.000 Euro –, denn dann steigt der Verhandlungsspielraum beträchtlich. Derzeit liegen die besten Angebote für täglich fällige Einlagen bei etwa zwei Prozent, unübertroffen bleibt die Diba mit 2,5 Prozent. Andernorts bekommt man das bestenfalls bei einem Jahr Bindung. Doch Vorsicht: Längere Bindungszeiten sollten nicht eingegangen werden, da man sich sonst der Möglichkeit begibt, bei weiter steigenden Renditen später noch bessere Konditionen herauszuschlagen.

Anleihen fallen im Kurs
Die Kurse von Anleihen fallen, wenn die Renditen am Zinsmarkt steigen. Je länger die Restlaufzeit des Papiers, desto größer ist diese Bewegung. Eine zehnjährige Anleihe mit einem Kupon von fünf Prozent würde derzeit – bei einem Zinsanstieg von einem Prozentpunkt – um rund acht Prozent fallen. „In einem solchen Umfeld ist es daher günstig, Anleihen mit langer Laufzeit gegen solche mit kurzer zu tauschen“, rät Wolfgang Traindl, Chef des Asset Managements der Erste Bank. Kassenobligationen mit Laufzeiten von einem Jahr sind beispielweise kaum anfällig auf Kursverluste. Auch Bundesschätze sind in einem solchen Szenario attraktiv. Bei einem Jahr Laufzeit bringen sie zwei, bei zwei Jahren Laufzeit 2,3 Prozent.

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