Problemen ehrlich und professionell gegenübertreten

Nach dem für alle überraschenden Wahlergebnis müssen die Meinungsforscher viel Kritik einstecken. Zu Recht? Hier ihre Replik:

Das Ergebnis der Nationalratswahl ist von den Meinungsforschungsinstituten und damit auch von Fessel-GfK Austria nicht vorausgesehen worden. Kein Institut sah die SPÖ auf Platz 1. In den letzten Tagen vor der Wahl wurden folgende Entwicklungstendenzen festgestellt:
• eine Stabilisierung der SPÖ etwas unter ihrem prozentuellen Ergebnis 2002;
• erhebliche Verluste der ÖVP, aber nicht in der letztendlich eingetretenen Größenordnung;
• damit ein starkes Schrumpfen des Abstandes
zwischen ÖVP und SPÖ, aber
kein Zurückfallen der ÖVP hinter die SPÖ;
• eine Zunahme der FPÖ und ein Rückgang der Grünen während des Wahlkampfes;
• ein Verfehlen der 4-Prozent-Hürde durch das BZÖ, allerdings mit starker Unsicherheit behaftet;
• ein deutliches Absinken der Wahlbeteiligung.

Obwohl der Anteil an Wähler(innen), die sich erst in den letzten Tagen vor dem Wahlsonntag endgültig auf eine Partei festgelegt haben, mit 15 Prozent an den Wählern und 35 Prozent an den Wechselwählern (Fessel-GfK Exit Poll zur NRW 2006) gegenüber der letzten Nationalratswahl deutlich zugenommen hat, erklärt dieser last-minute swing ebenso wie die höhere Wahlenthaltung von ÖVP-Sympathisanten nur einen Teil der Fehleinschätzung. Ein weiteres zentrales Problem dürfte bei der Zuordnung von Personen, die bei den Vorwahlbefragungen keine Parteipräferenz deklarierten, zu den Parteien vorliegen.

Dieses Problem stellt – ebenso wie die immer schwankendere Wählerstimmung und die immer spätere Festlegung der Wähler(innen) – für die Wahlforschung eine zunehmende Herausforderung dar. Dies gilt für Österreich ebenso wie für andere Länder (zuletzt Deutschland und Italien). Wir sollten ihr professionell und ehrlich gegenübertreten.

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