Problem sind die Freizeitunfälle, nicht Komatrinker

Die Krankenkasse Oberösterreich will Eltern und Wirte in die Pflicht nehmen, wenn Kinder sich betrinken. Was ist mit Rauchern und Dicken?

In unseren sieben Unfallkrankenhäusern (UKH) behandeln wir heute bei weitem nicht nur Verletzte nach Arbeitsunfällen, wie es unserem gesetzlichen Auftrag entsprechen würde. Ganz im Gegenteil: Mittlerweile kommen bereits 80 bis 90 Prozent der Patienten nach Freizeitunfällen ins UKH – etwa nach einem Verkehrsunfall am Wochenende oder einem Sturz von der Leiter im Haushalt. Das ist auch in Ordnung so, schließlich sind die Unfallkrankenhäuser ja genau auf die umfassende Behandlung sämtlicher Verletzungen und Unfallfolgen spezialisiert.

Nicht in Ordnung ist hingegen aus unserer Sicht aber die geltende Finanzierungsregelung. Denn derzeit bekommt die Unfallversicherungsanstalt für Freizeitunfälle einen viel zu geringen Kostenersatz: Für ambulante UKH-Behandlungen erstatten uns die Krankenkassen nur rund zwei Drittel der effektiven Kosten, pro Tag stationärer UKH-Behandlung sogar nur rund ein Viertel! Als Resultat mussten wir hier 2006 einen Fehlbetrag von über 100 Millionen Euro verbuchen – das Problem der AUVA sind also die ganz normalen Freizeitunfälle und nicht die „Komatrinker“.

Es ist unplausibel und ungerecht, dass Dienstgeber mit ihren Pflichtbeiträgen zur Unfallversicherung nicht nur für Arbeitsunfälle, sondern auch für Freizeitunfälle der Dienstnehmer aufkommen müssen.

Bekäme die AUVA von den Krankenkassen einen vollen Kostenersatz, hätte sie längst den Dienstgeberbeitrag zur Unfallversicherung entsprechend senken können – derzeit beträgt dieser noch 1,4 Prozent des Bruttolohnes.

Leider ist auch ein wenig in Vergessenheit geraten, dass bereits 2004 genau für Freizeitunfälle ein eigener „Ergänzungsbeitrag zur Krankenversicherung“ eingeführt wurde: Jedem Versicherten wird für diesen Zweck 0,1 Prozent vom Bruttolohn abgezogen. Die Frage ist allerdings, ob diese Millionen derzeit dorthin fließen, wo Freizeitunfälle tatsächlich behandelt werden.

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