Private Krankenversicherung: Was es kostet, sich in die Sonderklasse zu legen

Ab Jänner 2004 sind für Arztbesuche Selbstbehalte fällig. Private Zusatzversicherungen werden jetzt immer gefragter.

Die Diagnose ist eindeutig: Das öffentliche Gesundheitssystem in Österreich ist das teuerste der Welt. Jetzt will der Staat die Notbremse ziehen und spürbare Selbstbehalte für Arbeitnehmer einführen, die ab Jänner 2004 zum Arzt gehen. Wer sich damit nicht abfinden will, muss eine private Zusatzversicherung abschließen. FORMAT vergleicht die wichtigsten Varianten der Krankenzusatzversicherungen: Erstens die Prämien für die Sonderklasse im Spital. Und zweitens die Kosten für Ambulanztarife, die nicht nur freie Arztwahl garantieren, sondern auch künftige Selbstbehalte refundieren.

Das wichtigste Ergebnis: Die Prämien hängen ganz entscheidend vom Einstiegszeitpunkt ab. So kostet zum Beispiel die Sonderklasse Mehrbett im Österreich-Tarif für einen 25-jährigen Mann mit ASVG-Versicherung beim Marktführer Uniqa 56,76 Euro im Monat. Wer dagegen bis zum 55. Lebensjahr mit dem Vertragsabschluss wartet, muss für die gleiche Polizze schon 196,34 Euro zahlen (siehe Tabelle). Außerdem müssen ältere Neueinsteiger mit deutlichen Leistungseinschränkungen für etwaige Vorerkrankungen rechnen. Generali-Vorstand Ernst Schmid hält die Preise generell nicht für zu hoch: „Wer einmal eine Sonderklasse-Versicherung in Anspruch genommen hat, weiß, dass es keine Luxus-Versicherung ist. Im Urlaub möchte man ja auch nicht mit wildfremden Personen in einem Zimmer liegen.“

Ganz unabhängig vom Alter gibt es aber ein universelles Patentrezept zur Prämiensenkung: Wer bereit ist, einen Selbstbehalt zu akzeptieren, kann die Prämien um etwa ein Drittel drücken. So verlangt zum Beispiel die Allianz bei einer 35-jährigen Frau nur noch 81,33 statt 122,69 Euro im Monat, wenn ein Selbstbehalt von 829 Euro pro Jahr vereinbart wird. Das ist für die Kunden langfristig ein ziemlich gutes Geschäft: Schon nach zwei gesunden Jahren reicht die Prämienersparnis locker für die Zahlung eines Selbstbehalts aus. Übrigens: Es gibt auch weitere interessante Tarifvarianten, bei denen ein Selbstbehalt nur bei einem Spitalsbesuch außerhalb des eigenen Bundeslands eingehoben wird.

Generell besteht bei den Selbstbehaltstarifen die deutlich bessere Chance, dass man sich die Prämien wirklich ein Leben lang leisten kann. Angesichts verlängerter Lebenserwartung und medizinischen Fortschritts ist nämlich in Zukunft mit deutlich steigenden Prämien zu rechnen.

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