Privat-TV sollte mit ORF enger kooperieren

Fußball-Rechteinhaber Premiere wechselt von ATV zum ORF, ein Gericht stoppt das vorläufig. Was bedeutet das für die Zukunft des Privat-TV?

Der österreichische Fernsehmarkt ist einer der wettbewerbsintensivsten der Welt. Ein Kabel- oder Satellitenhaushalt kann in Österreich 47 deutschsprachige Programme empfangen. Österreichisches Privatfernsehen steht nicht nur in Konkurrenz zu einem relativ starken ORF, sondern vor allem mit Dutzenden einstrahlenden deutschen Privatsendern, die ihr Programm auf Basis der Refinanzierungsmöglichkeiten eines Landes mit 82 Millionen Einwohnern gestalten können.

In Anbetracht dieser schwierigen Ausgangssituation schlägt sich ATV durchaus erfolgreich. Insbesondere im Bereich der Austrifizierung von internationalen Realityformaten (zum Beispiel „Tausche Familie“, „Die Lugners“) und jungen Serien konnte eine Marktstellung erarbeitet werden, die in größeren Ländern bereits zu ökonomischen Erfolgen führen würde. Während in Deutschland ein Sender mit drei Prozent Marktanteil bereits in der Gewinnzone sein kann, ist dies in einem kleinen Markt wie Österreich kaum möglich. Die für die Erzielung des Marktanteils notwendigen Kosten liegen über den möglichen Werbeerlösen.

Aus diesem Dilemma kann Privatfernsehen wahrscheinlich nur entkommen, wenn es Synergien nutzt. Eine Alternative ist die Eingliederung in eine deutsche Senderfamilie, wodurch es mittelfristig zu einem deutschen Mantelprogramm mit mehr oder weniger regionalen Programmfenstern würde. Eine sinnvollere Variante ist die enge Kooperation mit dem ORF. Um die Zukunft des österreichischen Privatfernsehens zu sichern, sollte es dem ORF gestattet werden, mit privaten Konkurrenten intensiv zu kooperieren.

In den Bereichen Digitalisierung, Infrastruktur, Werbevermarktung etc. könnten hier bei Aufrechterhaltung der vollen programmlichen Konkurrenz und Eigenständigkeit Synergien in Millionenhöhe geschaffen werden, die Privatfernsehen langfristig machbar und erfolgreich machen. Medienpolitik, ORF und die Eigentümer von Privat-TV sind hier gefordert.

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