Preisharakiri

Der Preiskampf am heimischen Mobilfunk-Markt treibt zur Freude der Konsumenten noch immer absurde Blüten. Des Kunden Freud ist zusehends der Mitarbeiter Leid. Und die Talsohle der Konsolidierung ist noch lange nicht durchschritten.

Gegangen sei er schweren Herzens, sagt Simon K., ein T-Mobile-Mann der ersten Stunde, der lieber anonym bleiben möchte. „Ich habe an der Firma gehangen, als wär’s meine eigene“, unterstreicht er die Verbundenheit zum ehemaligen Arbeitgeber. K. ist einer von fast 300 Mitarbeitern, die heuer T-Mobile von sich aus den Rücken gekehrt haben. Letzte Woche verabschiedete der Vorstand noch einmal 130 Beschäftigte mit teils großzügigen Abfertigungen, um sich für das zu rüsten, was da noch kommt. „Es ist notwendig, dass wir mit einem Segelschiff zur Regatta antreten, nicht mit einem Tanker“, meinte T-Mobile-Chef Robert Chvátal.

Zur tragischen Komponente in Herrn K.s beruflichem Lebenslauf wird die Tatsache, dass diese Preis-Regatta einst von T-Mobile (damals max.mobil.) mit dem berühmten 1-Schilling-Tarif eröffnet wurde. Der 1997 noch einzige Herausforderer der Mobilkom halbierte damit das damalige Preisniveau.

Zehn Jahre und unzählige Runden später hat sich die Drehzahl im Preiskarussell nochmal erhöht. „Der Bogen wurde endgültig überspannt“, findet K. – diesmal mit den Flatfee-Tarifen, bei denen das Telefonieaufkommen mit Pauschalbeträgen abgegolten wird. Den ersten Pfeil aus den Köcher nahm die One mit ihrem „4:0“-Tarif, der im Frühjahr von T-Mobile mit der „Fairplay“-Offensive (25 Euro all inclusive) gekontert wurde. Tarife, die Hunderttausende Kunden zum Wechseln bewegten. Solche Schlachten führen zu so absurden Situationen, dass T-Mobile im Oktober die höchste Minutenanzahl an Gesprächen in der Firmengeschichte abwickelte, die Umsätze aber trotzdem zurückgingen.

In Österreich bekommen Kunden sogar Geld für das Telefonieren. „3“ hat das Tarifmodell umgedreht und schreibt seinen Kunden mit dem „SixBack“-Tarif Gebühren gut, wenn sie Anrufe aus anderen Netzen empfangen. Dieses Kuriosum funktioniert so: Die Netzbetreiber zahlen sich gegenseitig Gebühren für die Zustellung der Gespräche. Der jüngste mit den wenigsten Kunden bekommt die höchsten Gebühren, und davon lässt sich offenbar sogar noch ein Scheibchen für die Kunden abschneiden.

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