Post-Chef Pölzl: "Eine tägliche Bedrohung“

Post-Chef Pölzl: "Eine tägliche Bedrohung“

Post-Chef Georg Pölzl: "Wenn man in so einem schrumpfenden Markt Fehler macht, bekommt man nicht mehr die Chance, die zu korrigieren."

Der Chef der Österreichischen Post AG Georg Pölzl spricht im FORMAT-Interview über die digitale Strategie der Post, über den Startup-Campus, die Expansion und weitere Akquisitionen und über eine Plattform, mit der Händler leichter ihren Internetshop aufmachen können. Er spricht auch über Chancen und Risiken mit Amazon und die Bedrohung mit neuen Wettbewerbern.

FORMAT: Warum beteiligt sich die Post an einem Internet-Unternehmen wie Aktionsfinder?

Georg Pölzl: Wir sehen, dass elektronische Anwendungen Printlösungen verdrängen, daher machen wir uns laufend Gedanken, was das alles für unser Geschäft heißt. Prinzipiell waren die letzten Jahre schwierig, es werden immer weniger Briefe versendet, und der Wettbewerb wird nicht weniger. Für uns ist Aktionsfinder eine zukunftsträchtige Verlängerung des Flugblatts ins Internet hinein. Auf dem wollen wir jetzt auf- und das ausbauen.

Haben Sie sich im Vorfeld mehrere solcher Plattformen angesehen?
Pölzl: Ja, wir haben einige Gespräche geführt. Dieses Modell schien uns die attraktivste. Auch in Zukunft planen wir weitere Zukäufe, auch ein Post-Campus für Start-ups ist vorstellbar.

Wie viel Geld wird die Post in den kommenden Jahren in die Digitalisierung stecken?
Pölzl: Ein- bis zweistellige Millionenbeträge. Aber es wird davon abhängen, welche Akquisitionen wir machen.


Amazon ist für uns sehr wichtig und zählt ganz klar auch zu unseren Topkunden.

Die österreichische Post hat ja auch Beteiligungen in der Türkei. Macht Ihnen da die derzeitige Griechenland-Krise nicht besonders Sorgen?
Pölzl: Nein, weder für die Türkei noch für Österreich. Mir macht es für Europa insgesamt Sorgen. Dass ein Land so chaotisch und dilettantisch agiert, ist ärgerlich. Irgendwie wird man den Griechen helfen müssen, aber nur, wenn sie sich helfen lassen. Derzeit wirken die Forderungen der Griechen absurd. Es ist leider eine völlig verfahrene Situation.

Zur Person

Georg Pölzl ist seit 2009 der ranghöchste Postler des Landes und erntet für seine Arbeit in dem traditionsreichen Unternehmen von den Aktionären viel Lob. Der 1957 geborene Steirer startete beruflich als Unternehmensberater bei McKinsey und kletterte die Karriereleiter zuerst im Anlagenbau, dann in der Telekombranche nach oben. Im Vorjahr erzielte die Post 2,37 Mrd. Euro Umsatz, die Zahl der Mitarbeiter lag bei 23.330.

=> Lesen Sie das ganze Interview im FORMAT Nr. 27/2015
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