Peter Pelinkas Wahlblog:
Ein Minister ohne Ecken und Kanten?

Werner Faymann wurde also mit Rekordergebnis zum Parteichef gewählt, jetzt scheint die SPÖ im Wahlkampf einigermaßen gut aufgestellt. So gut es eben angesichts extrem schlechter Umfragewerte von derzeit 25 Prozent wahrscheinlicher Wähler möglich ist. Will der smarte Minister – scheinbar ohne Ecken und Kanten – Platz eins erreichen, müsste er mit seiner Partei am 28.September wesentlich näher an die 30-Prozent-Marke kommen.

Unmöglich ist das nicht, hat Faymann doch bei ersten echten Belastungsproben im ORF – etwa bei einem ZIB 2-Gespräch mit Armin Wolf – seine Telegenität bewiesen. Bei seiner Rede am Linzer Parteitag auch sein taktisches Geschick: nie kam das Gefühl auf, hier stünde ein Brutus, der „Cäsar” Gusenbauer das Messer in den Rücken gerannt hätte, sondern stets die Message rüber, mit Faymann werde die SPÖ kräftiger als unter seinem Vorgänger in einer künftigen – wieder großen (?) Koalition - soziale Duftmarken setzen können.

Möglich, dass da schon wieder (zu) große Erwartungen geweckt wurden. Eine sollte auch Faymann nicht aus dem für ihn hervorragenden Wahlergebnis schöpfen: dass seine Amtszeit deswegen schon automatisch stress- und konfliktfrei ablaufen wird. Denn ein gewisser Fred Sinowatz konnte 1983 ein noch besseres Ergebnis einfahren als Faymann 2008. Nach bereits fünf Jahren und einer alles andere als friktionsfreien Kanzlerschaft übergab der Burgenländer entnervt den Parteivorsitz an Franz Vranitzky.

Georg Kraft-Kinz

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