Paradies für Privatflieger

Das Geschäft mit Privatjets boomt: Sogar PLO-Chef Yassir Arafat und der inhaftierte russische Öl-Magnat Michail Chodorkowski düsen mit österreichischen Kennzeichen.

Vier Wochen vor seinem 32. Wiegenfest gönnte sich der Immobilienunternehmer
Georg Stumpf ein Geburtstagsgeschenk der Extraklasse.

Der mit dem Bau des Wiener Millennium Tower zu Wohlstand gelangte und für seine Sparsamkeit legendäre Stumpf schaffte sich im August einen 18-sitzigen „Global Express“ an: Der zweistrahlige Jet aus dem Hause Bombardier verfügt über eine maximale Reichweite von 11.480 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 935 Stundenkilometern.

Den Schmerz über die Kosten einer Flugstunde in der Höhe von 6.500 Euro vermochte Stumpf zu verkraften, weil er sich sein neues Spielzeug zu einem Schleuderpreis angelacht hatte. Kostenpunkt des Jets: 31 Millionen Dollar.
Bevor der Flieger (Neupreis: 45 Millionen Dollar) unter seinem neuen Kennzeichen OE-IGS am Wiener General Aviation Center landete, zierte ihn zudem das in aller Welt berühmte Kürzel I-MOVE: Der Jet stand immerhin im Besitz von Calisto Tanzi, Exchef des spektakulär gestrauchelten Italo-Milchgiganten Parmalat.

Wenn es Georg Stumpfs Terminkalender zulässt, kann sich jeder zahlungskräftige Fluggast den Superflieger für eine Spritztour borgen. Die so genannte „Halterschaft“, also Wartung und Vermietung, besorgt die Comtel-Air LuftverkehrsGmbH: Ihr Gründer heißt Werner Frantsits, ist Mehrheitsaktionär des Pharmaunternehmens Sanochemia und selbst Eigner einer Falcon 900.

Ob Neobesitzer Stumpf, alteingesessene Familienclans wie die Swarovskis oder die Meinls (siehe Kasten unten) oder gar Exoten wie der russische Ölmilliardär Michail Chodorkowski oder PLO-Chef Yassir Arafat: Privatjets mit österreichischen Kennzeichen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Mit ein Grund für den Boom rund um den elitären Jetset: Wer es besonders schlau angeht, hat bei der Anschaffung eines funkelnagelneuen Business-Fliegers bis zum Jahresende sogar die Chance auf millionenschwere Steuergutschriften: Der Finanzminister begünstigt nämlich die Neuanschaffung mit einer zehnprozentigen Rückerstattung des Kaufpreises. Comtel-Prokurist Josef Anton Wieser: „Steuerliche Sondermaßnahmen haben die Nachfrage kurzfristig in die Höhe getrieben.“

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