Paarlauf am Stahlmarkt

Die Voest steht nach dem Böhler-Kauf aus der Portokasse blendend da: Vor feindlichen Übernahmen gut geschützt, setzt sie nun ihren Erfolgskurs der Spezialisierung fort.

Vergangenen Dienstag reagierte voestalpine-Chef Wolfgang Eder mit gemischten Gefühlen auf das Resultat seines Übernahmeoffertes an die Aktionäre des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm. Für ihren Rückzug hatte er nach einer Aufbesserung im letzten Moment um vier Euro zuletzt 73 Euro je Aktie geboten, doch das Interesse an seinem Werben fiel flau aus. Sechzig bis siebzig Prozent Annahme hatten die Linzer Stahlkocher erwartet, doch am Ende wurden es gerade einmal 54,6 Prozent. Trotz der Glückwünsche der Voest-Aufseher für Eder bei einer Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag war das alles andere als ein berauschender Erfolg. Wilhelm Rasinger, Vertreter der Kleinaktionäre, formuliert es so: „Es war ein knapper Einlass.“

Sein Hauptziel hat Eder aber erreicht: Er holt die einstige Stahlschwester, die bis zur Zerschlagung der Verstaatlichten Anfang der 90er-Jahre Seite an Seite mit der heutigen voestalpine agierte, als Mehrheitsbeteiligung an Bord. Damit sichert sich der 55-jährige Eder, der sich als studierter Jurist 1978 auf ein Stelleninserat der Voest-Rechtsabteilung beworben hatte, einen Fixplatz in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte: Schließlich handelt es sich um die größte Übernahme in der Geschichte der heimischen Industrie.

„Es ist erfreulich, dass die voestalpine die Mehrheit bekommen hat“, kommentiert Eder jetzt leicht verhalten. Kämpferischer Nachsatz: „Man wird sehen, wie die Aktionärsstruktur in drei Monaten aussieht.“ Schließlich haben die Zögerlichen unter den Böhler-Uddeholm-Aktionären noch bis zum Ende der gesetzlich vorgesehenen Nachfrist am 6. September Zeit, sein Angebot anzunehmen.

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