ORF: Sender in Not

Die neue Führung des ORF hat zwar viel Macht und Einfluss – aber auch enorme Probleme: Die Werbeeinnahmen sinken, die Marktanteile auch. Und neue Geschäftsideen sind nicht in Sicht.

Der Weg zum Chefbüro im ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg ist im Prinzip nicht besonders lang. Am Pförtner vorbei geht es in den Lift, dann in den sechsten Stock, nach dem Aussteigen knapp 50 Meter nach hinten, und damit hat sich die Sache. Im Büro des ORF-Chefs, das in der Geschichte des Gebäudes von gerade einmal sechs Personen benutzt worden war, hat man einen herrlichen Ausblick. Man hat ziemlich viel Macht. Und man hat jede Menge Probleme.

Auf den neuen (oder alten) ORF-Chef (stand bei FORMAT-Redaktionsschluss noch nicht fest, Anm. d. Red.) kommen nämlich harte Zeiten und beinharte Umbauarbeiten zu, wobei Letzteres sogar wörtlich zu nehmen ist. Das 1976 fertig gestellte Gebäude in Wien-Hietzing ist von Grund auf sanierungsbedürftig, die Finanzierungskosten dafür betragen in den kommenden 25 Jahren bis zu fünf Millionen Euro jährlich.
Und gerade das Geld droht in den kommenden Jahren knapp zu werden. Zwar hat der ORF 2005 noch einen Umsatz von 898 Millionen Euro gemacht und damit einen operativen Gewinn von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet – das lag aber vor allem daran, dass da die Verkaufserlöse der ORF-Sendeanlagen eingerechnet wurden.

Die Werbeerlöse des ORF sind im Jahr 2005 aber deutlich geschrumpft, und zwar von 312 Millionen Euro 2004 auf 300 Millionen Euro 2005.
Eine Tendenz, und das haben auch alle Bewerber in ihren Unterlagen prognostiziert, die weitergehen wird – selbst wenn im Jahr 2006 die Konjunktur zu einem größeren Werbeaufkommen geführt hat. Peter Lammerhuber etwa, Chef der Mediaplanungsagentur Mediacom, spricht von „150 neuen Fernsehetats, die in diesem Jahr aufgetreten sind“.
Angesichts der Marktlage profitiert der ORF davon noch massiv, das dürfte sich aber bald ändern.

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